Johann Sebastian Bach Weihnachtsoratorium ( Alles um das Weihnachtsoratorium)

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    • ich kopiere mal eine Antwort von ab aus dem "was höre ich jetzt"-Faden heirher, weil ich denke, dass sie da nicht verlorengehen sollte.

      Original von ab
      Lynn Dawson, Bernhard Landauer, Charles Daniels, Klaus Mertens,
      Coro della Radio Svizzera, I Barocchisti, Diego Fasolis



      Mein persönliches Geschmacksranking bislang:
      1 Harnoncourt (alt)
      2 Van Veldhoven
      3 Fasolis
      4 Karl Richter


      Herreweghe
      Jacobs
      Schreier
      Gardiner
      Corboz
      Koopman
      Harnonocurt (neu)

      Güttler
      Rilling
      Schneidt
      Flämig
      Ledger
      Biller
      Münchinger
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Dies bedürfte in diesem Faden eigentlich ein paar erläuternder Worte. Dazu später noch.

      Trage aber noch nach, dass ich nun auch noch zwei weitere Aufnahnen angehört habe. Erstens die Aufnahme von Günter Jena aus Hamburg , der auch ein Buch über das Weihanchtspratorium geschrieben hat. Wenn ich dies recht ersehe, stammt diese Live-Aufnahme von 1997. Ich hätte sie aber eigentlich gut zwanzig Jahre älter geschätzt. Ich würde sie nicht weiter oben als unter der dritten Rubrik einen Platz zuweisen: Schleppend, breit aber durchaus noch musikalisch schön.



      Eigentlich interessanter finde ich die zweite neu gehörte Aufnahme, jedenfalls historisch, nämlich von Fritz Werner mit dem Schütz Chor sowie dem Kammerorchester Pforzheim, der sie für Erato mit den großen Passionen und der h-moll-Messe zwischen 1957-1973 aufgenommen hat.



      Das war noch eine Zeit, als frei vom Herzen weg musiziert wurde!

      :hello
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Armin hat im "was höre ich jetzt" -Thread geschrieben:
      "Abweichend von der üblichen Aufführungspraxis erklingt zu Beginn der ersten Kantate die erste Textzeile der Ursprungskantate BWV 214 "Tönet, ihr Pauken ! Erschallet, Trompeten !" Das Collegium Vocale Gent beruft sich hierbei auf scheinbar neue Forschungsergebnisse des Musikwissenschaftlers Kees van Houten. Seiner Meinung nach sprechen musikalisch-rhetorische Argumente für die Richtigkeit dieser Version. Überdies ist er der Ansicht, Bach sei von der kirchlichen Obrigkeit zur Umtextierung gezwungen worden, da sich die Worte der ersten Zeile als zu weltlich herausgestelett hätten. Das Autograph des Weihnachtsoratoriums gebe zu erkennen, dass die erste Zeile ursprünglich "Tönet, ihr Pauken ! Erschallet, Trompeten !" geheißen habe und dass Bach zu einem späteren Zeitpunkt diesen Anfangstext durchgestrichen und durch die Worte "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage" ersetzt habe. (Zitat aus dem Programmheft)

      Huch, da hätte ich mich aber erschrocken! "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage", das ist ja quasi seit Urzeiten DIE weihnachtliche Textzeile überhaupt. Und jetzt soll das gar nicht so gewollt gewesen sein???
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Original von Heike
      Huch, da hätte ich mich aber erschrocken! "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage", das ist ja quasi seit Urzeiten DIE weihnachtliche Textzeile überhaupt. Und jetzt soll das gar nicht so gewollt gewesen sein???
      Heike


      Bei folgendem Link kann man Kees van Houtens Überlegungen und Nachforschungen genauer nachlesen, siehe hier. Ich muss zugeben, dass das schon für mich irgendwie plausibel klingt.
    • Natürlich übertragen die verschiedenen Radiosender auch dieses Jahr an den Weihnachtsfeiertagen Johan Sebastian Bachs "Weihnachtsoratorium" BWV 248 in den verschiedensten Interpretationen.

      Damit es einigermassen übersichtlich bleibt, hier nun die Übersicht:

      Heiligabend, 24.12.2010:

      NDR-Kultur: 17:30 - 19:00 Uhr:
      Kantaten 1 - 3
      Bettina Pahn, Iris Vermillion, Thomas Michael Allen, Andreas Schmidt, Chor und Orchester St. Michaelis, Christoph Schoener

      SWR2: 18:05 - 20:00 Uhr
      Kantaten 1 - 3
      Martin Lattke, Carolyn Sampson, Wiebke Lehmann, Wolfram Lattke, Konstantin Wolff, Dresdner Kammerchor, Gewandhausorchester Leipzig, Riccardo Chailly

      1. Weihnachtsfeiertag, 25.12.2010:

      SR2: 08:04 - 09:00 Uhr:
      Kantate 1
      Christiane Schäfer, Bernarda Fink, Werner Güra, Christian Gerhaher, Arnold Schönberg-Chor, Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

      SWR2: 10:30 - 12:00 Uhr:
      Kantaten 4 - 6
      Martin Lattke, Carolyn Sampson, Wiebke Lehmann, Wolfram Lattke, Konstantin Wolff, Dresdner Kammerchor, Gewandhausorchester Leipzig, Riccardo Chailly

      MDR-Figaro: 15:15 - 17:00 Uhr:
      Hörer entscheiden, welche Aufnahme gesendet wird. Es stehen insgesamt 7 Aufnahmen (Schreier, Richter, Flämig, Jacobs, Harnoncourt, Biller und Chailly) zur Wahl. Nähere Infos siehe hier

      HR2-Kultur: 15:30 - 17:00 Uhr:
      Kantaten 1 - 3
      Christiane Schäfer, Bernarda Fink, Werner Güra, Christian Gerhaher, Arnold Schönberg-Chor, Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

      RBB Kulturradio: 17:04 - 19:00 Uhr:
      Kantaten 1 - 3
      Veronika Winter, Wiebke Lehmkuhl, Jan Kobow, Markus Flaig, Rheinische Kantorei, Das kleine Konzert, Hermann Max

      NDR-Kultur: 17:30 - 19:00 Uhr:
      Kantaten 4 - 6
      Bettina Pahn, Iris Vermillion, Thomas Michael Allen, Andreas Schmidt, Chor und Orchester St. Michaelis, Christoph Schoener

      WDR3: 18:03 - 20:00 Uhr:
      Kantaten 1 - 3
      Johannette Zomer, Annette Markert, Gerd Türk, Peter Harvey, Chor und Orchester der Nederlandse Bachvereniging, Jos van Veldhoven
      (WDR3 sendet die Kantaten 4 - 6 in dieser Aufnahme am 01.01.2011)

      2. Weihnachtsfeiertag, 26.12.2010:

      SR2: 08:04 - 09:00 Uhr:
      Kantaten 2 - 3
      Christiane Schäfer, Bernarda Fink, Werner Güra, Christian Gerhaher, Arnold Schönberg-Chor, Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

      HR2-Kultur: 15:30 - 17:00 Uhr:
      Kantaten 4 - 6
      Christiane Schäfer, Bernarda Fink, Werner Güra, Gerald Finley, Christian Gerhaher, Arnold Schönberg-Chor, Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

      RBB Kulturradio: 17:04 - 19:00 Uhr
      Kantaten 4 - 6
      Veronika Winter, Wiebke Lehmkuhl, Jan Kobow, Markus Flaig, Rheinische Kantorei, Das kleine Konzert, Hermann Max

      BR-Klassik: 19:35 - 22:05 Uhr:
      Kantaten 1 - 6
      Rachel Harnisch, Anke Vondung, Maximilian Schmitt, Christian Immler, Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für alte Musik Berlin, Peter Dijkstra
      (Aufnahme vom 11. Dezember 2010 im Herkulessaal der Münchner Residenz)

      Armin
    • Original von Jürgen
      Per Zufall stolpere ich gerade über diese Bearbeitung:

      (Klick mich! Vorsicht, Hörproben)


      Was haltet Ihr von dieser Lesart?

      Ich verkneife mir erstmal eine Bewertung und lasse Euch den Vortritt. :ignore

      Grüße
      Jürgen


      Ich halte davon überhaupt nix. Das interessante an Bachs Musik ist ja, dass sie in so ziemlich jeder Bearbeitung immer noch wirkt und als nächstes gibt es eine Bearbeitung der Matthäus-Passion für Maultrommel und geblasenen Kamm. Das ist sicherlich auf hohem musikalischem Niveau was die Kings Singers und die WDR Big-Band da machen aber diese CD würde ich nicht mal geschenkt nehmen. Bachs Arien im Stil von gepflegt-langweiligem Bar-Jazz zu hören, finde ich gruselig.

      Das ist aber nur meine Meinung, wem es gefällt, der soll sich das reinziehen.


    • Ristenpart (1950) – Agnes Giebel, Charlotte Wolf-Matthäus, Helmut Krebs, Walter Hauck, RIAS-Kammerchor, RIAS-Knabenchor, RIAS Kammerorchester

      Als diese Einspielung des Bach’schen „Weihnachtsoratoriums“ mitgeschnitten wurde, erinnerten sich sicher noch viele Deutsche plastisch an den Hungerwinter 1946/47, an jene Zeit, wo es wenig Grund zum „Jauchzen“ und ebenso wenig „Grund“ zum „Frohlocken“ gab. Schließlich war die „Stunde Null“ noch überall mit den Händen zu fassen. Und doch: der RIAS hatte 1946 die Gründung eines sendereigenen Chores und Kammerorchesters initiiert, die Musikpflege begann auch in Berlin aufs Neue. Eines der Projekte Ristenparts (und sie waren zahlreich!), zu dem alle an Bach Interessierten seit einiger Zeit wieder Zugang haben, ist der (unvollständig gebliebene) „J.S. Bach-Zyklus“ der Jahre 1947-1952. In diesem Zusammenhang entstand im Dezember 1950 auch die vorliegende Aufnahme.

      Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die musikalischen Prinzipien, denen Ristenpart in seiner Darstellung der Kantaten folgt, auch hier deutlich zutage treten. Im Vergleich zur herrschenden Tradition findet man im Orchester eine eher schlanke Besetzung, die ein schlankes und transparentes Musizieren ermöglichte. Der Chor, das Booklet weist zurecht darauf hin, dass es sich bei dem Chor um ein frisch gegründetes Ensemble handelt (1948), klingt bei weitem nicht so gut, wie später beispielsweise Richters Münchener Bach-Chor (egal, ob wir von der 55er oder der 65er Aufnahme sprechen). Die Arbeit an einem runden Chorklang war noch nicht weit gediehen, zumal es ein aus ausgebildeten Sängern zusammengestelltes Ensemble war und deren Ausbildung ging in jenen Tagen grundsätzlich in Richtung Solist. Und den Wunsch manch eines Chormitgliedes, doch ein „primus inter pares“ zu sein – machen wir uns nichts vor – hört man gelegentlich. Habakuk Traber schreibt in seinem Einführungstext darum relativierend: „Gemessen a diesen Voraussetzungen halten sich die Inhomogenitäten und Intonationsschwächen in engen Grenzen.“ (S. 16)

      Als Solisten finden sich ausnahmslos Sänger, die mit Bachs Musik reichlich Erfahrung hatten.

      Heraus kommt ein in Teilen ausgesprochen moderner Bach, der in vielem heute noch bestehen kann. Die Einschränkung „in Teilen“ nun bezieht sich im Wesentlichen auf die beiden Kantaten „Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“ und „Herrscher der Himmels erhöre das Lallen“. Hier hört sich die Interpretation doch einigermaßen wuchtig an. Im Vergleich zu den anderen Kantaten deutlich gemessenere Tempi und eine insgesamt deutlich gravitätischere Haltung. Habakuk Traber erklärt dies zunächst wie folgt: „In der Auffassung von Festmusik als Lob Gottes denkt Ristenpart im Geist seiner Zeit die Majestät des gepriesenen Herren mit. Deshalb wählt er eine würdige und erhabene, keine fröhlich ausgelassene Gangart.“ (S.14) Später aber weicht er dies etwas auf, indem er schreibt: "Dennoch fällt auf, dass Ristenpart in den Eingangschören zu den Teilen vier, fünf und sechs bedeutend flüssigere Tempi als in den Teilen eins und drei vorgibt. […] Man gewinnt den Eindruck, als habe der Dirigent in den weniger bekannten Kantaten seine Intentionen deutlicher durchsetzen können als in den oft gesungenen, bei denen es gewisse eingefleischte Gewohnheiten gab, ‚wie man da sang’.“ (S. 16) Was denn nun? Folgt Ristenpart in den ersten Kantaten der Tradition oder beugt er sich ihr? Auch Traber scheint sich unsicher zu sein. Dass die Beobachtung selbst richtig ist, kann ich bestätigen. Tatsächlich sind es dann auch die Teile 4 - 6, die mir deutlich besser gefallen als die Teile 1-3.

      Weniges zu Solisten, Chor und Orchester.

      Mit Agnes Giebel ist eine der ganz hervorragenden Bach-Sängerinnen der Vergangenheit für dieses „WO“ verpflichtet worden. Schade, dass sie in diesen Kantaten nicht allzu viel zu tun hat, denn dort, wo sie singt, da ist es eine Freude. Ganz besonders gelungen – die Arie liegt ihrer ganz klaren, schlanken, geschmeidig geführten, durchaus nicht asthenisch klingenden Stimme nun auch ganz und gar – empfinde ich ihre Wiedergabe der Arie „Nur ein Wink von seinen Händen“.

      Charlotte Wolf-Matthäus, die bereits 1929 mit dem „Weihnachtsoratorium“ debütiert hatte, war ebenfalls eine der bedeutenden Bach-Interpretinnen ihrer Zeit, die in ganz Deutschland gefragt und besonders dem Thomanerchor verbunden war. Leider fängt diese Aufnahme mE ihre Kunst nicht wirklich ein. Nicht, dass sie den herrlichen Stücken, die Bach hier für Alt komponiert hat, nicht gerecht wird. Sie „kann“ das „Bereite dich, Zion“, das „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder“ und das wunderbare „Schlafe, mein Liebster“ natürlich. Mir fehlt jedoch etwas die Wärme, das Freundliche, das – ich traue es mich kaum zu schreiben – Mütterliche, das beispielsweise eine Christa Ludwig hier erwecken kann.

      Helmut Krebs, einer der meistbeschäftigten deutschen (Bach-) Tenöre jener Jahre, war nie einer Favoriten. Ich kann auch nicht so genau sagen, woran es liegt. Aber ich finde seine Technik irgendwie unbefriedigend. Die Stimme klingt oft dünn, ungestützt, hauchig, der Ton sitzt nicht immer präzise. Hinzu kommt eine bisweilen etwas bieder wirkende Gestaltung, die immer wieder dazu führt, dass ich mir die Frage stelle, warum Krebs neben einem Wunderlich oder einem Haefliger als Evangelist bestehen konnte. Insofern bin ich voreingenommen und meine Einschätzung ist mit Vorsicht zu genießen. Tatsächlich hat auch seine Darstellung der Evangelistenpartie in dieser Aufnahme kein Erweckungserlebnis für mich bereitgehalten. Wenig ausdrucksstark, vornehm-öde Art des Erzählens, durchaus uninteressant. Aber auch das „Frohe Hirten“ will mich nicht begeistern. Sehr breite Vokale (besonders breites „A“), die Koloraturen eher fest, weder schön noch durchgehend gut sitzend. Besser am Ende der vierten Kantate das „Ich will nur dir zu Ehren leben“, obwohl auch hier die Melismen mit viel „Hs“ und durchaus ungeschmeidig präsentiert werden.

      Gut gefällt mir der Bariton Walter Hauck. Gut, im sehr langsamen „Großer Herr, o starker König“ [06:19!] neigt er sehr zu seltsam offenen „Os“ und „Es“, außerdem dreht er sich bisweilen in die hohen Töne. Aber er singt mit der nötigen Emphase, man hört spürbar die Begeisterung. Dafür meistert er das durchaus heikle Sopran/Bass-Duett „Herr, dein Mitleid“ und die ebenfalls nicht leichte Arie „Erleuchte auch meine finstre Sinnen“ recht ordentlich.

      Die Chöre klingen – wie schon zu Beginn erläutert – streckenweise etwas rustikal, die Damen neigen zum Wobble, die Tenöre verschwinden im Tutti schnell einmal, die Bässe donnern mit einer gewissen Grundgewalt. In den Teilen 4-6 kommen Ristenparts zügige Tempi den Sängerinnen und Sängern durchaus entgegen, da klingt es auch gleich viel besser („Fallt mit Danken, fallt mit Loben“), auch wenn an allen Ecken Anzeichen einer chorischen „Unerzogenheit“ hervorlugen, beispielsweise im Eingangschor zur Kantate 5 („Ehre sei dir, Gott, gesungen“), wenn sich so richtig dick auf die Nebensilben gesetzt, nein: sie explosiv herausgeschleudert werden („Dir sei Lob und Dank beREIT“).

      Die Chorale klingen alle recht ähnlich, Affekte werden nicht besonders deutlich herausgearbeitet, was durchaus Zeichen der Zeit war. Dafür orientiert Ristenpart den musikalischen Fluss an den Sinneinheiten des Textes und vermeidet das Aushalten von Fermaten, die innerhalb derselben stehen.

      Das Spiel des RIAS-Kammerorchesters gefällt mir durchweg gut.

      Müsste ich ein Fazit ziehen, so würde es folgendermaßen lauten: Dies ist keine Aufnahme des „Weihnachtsoratoriums“, das als einziges im heimischen CD-Regel stehen sollte, sondern ein in vielerlei Hinsicht erhellendes Dokument der Bach-Rezeption, das dem Interessierten eine Menge Freude machen kann.

      :helloAgravain
      :hello Agravain

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Agravain ()

    • Heike schrieb:

      Gibt es eigentlich eine Vinyl-Aufnahme, die jemand empfehlen kann?
      Hallo Heike,

      da würde ich auf Anhieb zwei Aufnahmen nennen, mit denen Du eigentlich nichts verkehrt machen kannst:

      Da Du mehr auf kammermusikalische Interpretationen Wert legst, sind die beiden eine "sichere Bank".

      Ich kenne zwar nur die Harnoncourt-Aufnahme (lass Dich nicht durch die "Wiener Sängerknaben" abschrecken, sie werden durch den Chorus Viennensis gebührend verstärkt), die ist in meinen Ohren sehr empfehlenswert.

      Die neuere mit Ralf Otto und dem Concerto Köln habe ich nicht gehört, aber nur lobende Kritiken darüber gelesen. Ich habe mit dem gleichen Ensemble die Marienvesper von Monteverdi, und die Aufnahme ist ganz herausragend, sowohl musikalisch als auch klangtechnisch.

      Beide Aufnahmen gibt es bei Amazon, aber sie sind, wie bei Vinyl heutzutage üblich, ziemlich teuer.


      LG, Perlimplin
    • Vielen Dank dir!
      Die Harnoncourt-Aufnahme kenne ich von der CD. Die andre werde ich mir jetzt als CD zu einem Spottpreis bestellen und dann mal sehen, ob ich sie als Platte kaufe, wenn sie wieder neu verfügbar ist. Das dürfte ja die gleiche Aufnahme sein wie auf der Platte, denke ich mal, auch wenn das Cover anders aussieht. Deine Beschreibung klingt erstmal sehr interessant.


      Liebe Grüße, Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Die Empfehlung aus Köln möchte ich unbedingt sekundieren. Ich schrieb Anfangs des Jahres dazu:

      "Ich weiß, ich bin spät dran, aber das hat sich gelohnt. Der süffige Original-Orchesterklang macht schier benommen und die unaufdringlichen Vokaldarbietungen von Chor und Solisten sind perfekt dazu ausbalanciert. (...) Ich versuche, zu präzisieren: Der typische Originalklang (so es ihn denn gibt) ist transparent und luftig, wobei die negativen Konnotationen dünn und blutleer mitschwingen. Hier klingt es transparent und luftig und voll, warm, mit satten dunklen Farben. Ein Kritiker meinte, dass diejenigen, die ihren Richter noch heimlich aus dem Schrank holen, auch mit dieser Aufnahme glücklich werden könnten."
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)