Zum Tode von Karlheinz Stockhausen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Vorgestern hörte ich im Radio eine Sendung zum Tode Stockhausens. Es wurden einige seiner Werke in Auszügen vorgestellt, zwischendurch sprach der Komponist über seinen Weg der Entwicklung, seine persönliche „Evolution“. Einem der Werke (ich habe den Namen vergessen, aber eine Sopranistin „sang“ bzw. kreischte/seufzte/stöhnte zu Orchesterklängen) hatte der Komponist diverse Geräusche/Klänge im Studio beigemischt. Ich war irritiert beim Hören, denn es handelte sich um Baby- und Truthahngeschrei etc. – Ich weiß nicht, ob die Auswahl dieser Radiosendung repräsentativ für Stockhausens Schaffen war. Falls doch: Ich brauche das nicht.

      Gruß, Cosima
    • Vorgestern hörte ich im Radio eine Sendung zum Tode Stockhausens. Es wurden einige seiner Werke in Auszügen vorgestellt, zwischendurch sprach der Komponist über seinen Weg der Entwicklung, seine persönliche „Evolution“. Einem der Werke (ich habe den Namen vergessen, aber eine Sopranistin „sang“ bzw. kreischte/seufzte/stöhnte zu Orchesterklängen) hatte der Komponist diverse Geräusche/Klänge im Studio beigemischt. Ich war irritiert beim Hören, denn es handelte sich um Baby- und Truthahngeschrei etc. – Ich weiß nicht, ob die Auswahl dieser Radiosendung repräsentativ für Stockhausens Schaffen war. Falls doch: Ich brauche das nicht.

      Gruß, Cosima
    • ... also, wenn ich mir die Diskussion auf der vorigen Seite so anschaue, dann kann ich nur sagen, dass Monsieur Stockhausen (möge er in Frieden Wolken schieben) es doch immer noch schafft, die Gemüter zu erhitzen - als Mensch, aber auch mit seiner Musik, dass er nicht gleichgültig lässt, sondern etwas berührt (ob wir das nun als schön, unangenehm oder gar fürchterlich empfinden, das sei an dieser Stelle mal dahingestellt)... Und ich denke, das ist doch schon auch etwas, was Kunst auch sollte.

      Liebe Grüße

      Sabine
      ... the rest is silence
      William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
    • ... also, wenn ich mir die Diskussion auf der vorigen Seite so anschaue, dann kann ich nur sagen, dass Monsieur Stockhausen (möge er in Frieden Wolken schieben) es doch immer noch schafft, die Gemüter zu erhitzen - als Mensch, aber auch mit seiner Musik, dass er nicht gleichgültig lässt, sondern etwas berührt (ob wir das nun als schön, unangenehm oder gar fürchterlich empfinden, das sei an dieser Stelle mal dahingestellt)... Und ich denke, das ist doch schon auch etwas, was Kunst auch sollte.

      Liebe Grüße

      Sabine
      ... the rest is silence
      William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
    • Hallo zusammen,

      In diese CD



      habe ich heute reingehört, und wenn meine Kultur-Einkaufsliste nicht schon so umfangreich gewesen wäre und der Einkaufskorb nicht schon so voll, hätte ich sie auch mitgenommen. Ist vorgemerkt für Anfang 2008.

      Weder Geräusche, unharmonische Klänge, es fehlen weder Fluß, noch ist sie hart oder kalt. Und in jedem Fall mehr Salbei für meine Seele als die 2te 3te 4te nte Neuaufnahme und Wiederauflage von was auch immer des Herrn von K.

      Einen schönen Abend,
      Wolfgang
      Wir sollten uns nicht brüsten, der Gipfel der Evolution zu sein, sondern uns daran freuen, eine Art Freak der Natur zu sein.
      So etwas wie uns wird die Evolution nie wieder hervorbringen. (Paul Sereno, Paläontologe)
    • Hallo zusammen,

      In diese CD



      habe ich heute reingehört, und wenn meine Kultur-Einkaufsliste nicht schon so umfangreich gewesen wäre und der Einkaufskorb nicht schon so voll, hätte ich sie auch mitgenommen. Ist vorgemerkt für Anfang 2008.

      Weder Geräusche, unharmonische Klänge, es fehlen weder Fluß, noch ist sie hart oder kalt. Und in jedem Fall mehr Salbei für meine Seele als die 2te 3te 4te nte Neuaufnahme und Wiederauflage von was auch immer des Herrn von K.

      Einen schönen Abend,
      Wolfgang
      Wir sollten uns nicht brüsten, der Gipfel der Evolution zu sein, sondern uns daran freuen, eine Art Freak der Natur zu sein.
      So etwas wie uns wird die Evolution nie wieder hervorbringen. (Paul Sereno, Paläontologe)
    • RE: Zum Tode von Karlheinz Stockhausen

      Original von Satie
      Er war zweifellos einer der wichtigsten Komponisten der Nachkriegszeit in Deutschland (und somit ganz Europa).
      [...]
      Seine Äußerungen zur Tragödie des 11. September waren so etwas wie ein Selbstmord (Stockhausen hatte bemerkt, dass diese Flugzeuge, wie sie da
      in die Wolkenkratzer flogen, durchaus einen ästhetischen Reiz hätten, was natürlich nicht unbedingt eine sehr angebrachte Aussage angesichts einer solchen Sache war).


      Kann es sein, daß es etwas durchaus Deutsches ist, solche Dinge gegeneinander aufzurechnen? Etwa, wie wenn man sagt, Hi**er habe immerhin Autobahnen gebaut und Mu**olini dafür gesorgt, daß die Züge pünktlich fahren (nur umgekehrt)?

      Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich so gut wie nichts über Stockhausen (er hat mich noch nicht erreicht), aber kürzlich war ich bei einer Sendung von Radio France Musique (Le Cabaret classique de Jean-Francois Zygel), die mit einer kleinen Hommage an Stockhausen begann. Es wurde ein Stück gespielt, das - wenn ich mich nicht irre - den Namen "Mikrophonie 1" trug: ein Stück für zwei Tam-Tams und zwei Mikrophone - durchaus interessante Klänge, aber nicht unbedingt das, was ich als zum inneren Kreis der "Musik" gehörig empfunden hätte (aber man ist ja sehr beschränkt). Der anwesende Komponist, Anthony Girard, kannte es auch nicht und meinte, es sei vielleicht etwas für Vegetarier, gegen Tierquälerei ... (Ich glaube, er hat die Klänge mit Schmerzensschreien von mißhandelten Tieren assoziiert.) Ich will damit nicht sagen, daß ich das als unschön empfand - nur gediegen.

      Grüße,
      Gamaheh

      Admin: Ich mag die Namen hier nicht via Google finden lassen und habe sie daher unkenntlich gemacht.
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • RE: Zum Tode von Karlheinz Stockhausen

      Original von Satie
      Er war zweifellos einer der wichtigsten Komponisten der Nachkriegszeit in Deutschland (und somit ganz Europa).
      [...]
      Seine Äußerungen zur Tragödie des 11. September waren so etwas wie ein Selbstmord (Stockhausen hatte bemerkt, dass diese Flugzeuge, wie sie da
      in die Wolkenkratzer flogen, durchaus einen ästhetischen Reiz hätten, was natürlich nicht unbedingt eine sehr angebrachte Aussage angesichts einer solchen Sache war).


      Kann es sein, daß es etwas durchaus Deutsches ist, solche Dinge gegeneinander aufzurechnen? Etwa, wie wenn man sagt, Hi**er habe immerhin Autobahnen gebaut und Mu**olini dafür gesorgt, daß die Züge pünktlich fahren (nur umgekehrt)?

      Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich so gut wie nichts über Stockhausen (er hat mich noch nicht erreicht), aber kürzlich war ich bei einer Sendung von Radio France Musique (Le Cabaret classique de Jean-Francois Zygel), die mit einer kleinen Hommage an Stockhausen begann. Es wurde ein Stück gespielt, das - wenn ich mich nicht irre - den Namen "Mikrophonie 1" trug: ein Stück für zwei Tam-Tams und zwei Mikrophone - durchaus interessante Klänge, aber nicht unbedingt das, was ich als zum inneren Kreis der "Musik" gehörig empfunden hätte (aber man ist ja sehr beschränkt). Der anwesende Komponist, Anthony Girard, kannte es auch nicht und meinte, es sei vielleicht etwas für Vegetarier, gegen Tierquälerei ... (Ich glaube, er hat die Klänge mit Schmerzensschreien von mißhandelten Tieren assoziiert.) Ich will damit nicht sagen, daß ich das als unschön empfand - nur gediegen.

      Grüße,
      Gamaheh

      Admin: Ich mag die Namen hier nicht via Google finden lassen und habe sie daher unkenntlich gemacht.
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Der 10. Todestag von Stockhausen nähert sich und so darf auch dieser Faden wieder nach oben. Ich habe heute festgestellt, dass ich von Stockhausen ein paar Sachen in der Offline-Bibliothek habe, obwohl ich ihn eigentlich nicht zu meinen Lieblingskomponisten zähle. Das mag daran liegen, dass es von ihm einige Werke gibt, die mir arg missfallen. Zeitmasse ist so ein Beispiel, das bereitet mir regelrecht Schmerzen beim Hören. Mein Evergreen ist ganz klar Aus den sieben Tagen, das ich in gleich drei Einspielungen kenne und liebe. Die oben pauschal für Stockhausens Musik verliehenen Attribute "hart" und "kalt" kann ich nicht vernehmen. Auch die von vorne herein abgelehnte Idee, einen Ausführenden mit einem Radio kommunizieren zu lassen, finde ich interessant - aber letztlich kommt es auf das Ergebnis an und das überzeugt mich bei Eberhard Blums Realisierung von Spirals durchweg. Ein richtiger Hit ist die u.g. CD, die Schlagzeug- und Klavierstücke (Zyklus - Kontakte - Klavierstücke V & XI) dramaturgisch geschickt kombiniert. Angetan hat es mir auch die Komposition Mixtur (auf der NEOS-Box), die ein Beispiel für den oben erläuterten Einfluss Stockhausens über die klassische Avantgarde hinaus darstellt. In diesem konkreten Fall war es Miles Davis, der daraus wichtige Impulse für sein bahnbrechendes Album On the Corner erhielt, das seinerzeit Fans und Kritiker erzürnte (perpetuierter Stumpfsinn) und heute seinen Platz auf dem Jazz-Olymp genießt. Vielleicht kommt ja Stockhausen doch noch zu seinem Recht; bei den Klassikern dauert es halt manchmal ein bisschen länger, wie das Beispiel von J. S. Bach belegt.
      Ob Stockhausen einen Knall hatte, ist mir übrigens reichlich schnurz. Wenn ich deswegen seine Musik boykottieren müsste, dann dürfte ich auch meine Texte nicht mehr lesen...

      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Benutzer online 1

      1 Besucher