Klaviermusik zu vier Händen - Unpopulär ?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Klaviermusik zu vier Händen - Unpopulär ?

      Hallo zusammen.

      Mozart und Schubert haben immer wieder neben ihren singulären Klavierkompositionen Werke geschrieben, die auf den ersten Moment recht einfach wirken. Wenn man sie mit den Stücken wie den Sonaten vergleicht.

      Es ist schade, dass sie relativ wenig gespielt werden.
      Es gibt von Mozart die beiden Fantasien in f - moll. KV 594 u. 608, die beide für ein Orgelwerk in einer Uhr (im Original) geschrieben wurden.
      Noch einige andere kostbare Stücke.

      Von Schubert kennen wir seine hinreissenden, feurigen Militärmärsche. Nichts kriegerisches!

      Seine vierhändige Klaviermusik hat er nicht für die Podien geschrieben. Sondern für das gesellige Beisammensein seiner Freunde.
      Die berühmten Schubertiaden.

      Ein bekanntes Stück ist die Sonate in C - Dur. Genannt Grand Duo.
      Sie wurde später orchestriert.
      Abbaddo hat sie in seinem Zyklus eingespielt.

      Berühmte Interpreten sind z. B. das Duo Güher und Süher Pekinel.
      Oder Yara Tal und Alex. Groethuysen, sowie die Geschwister Labeque aus Frankreich.

      Schätzt Ihr diese Perlen der Klavierliteratur ebenso wie ich selber ?
      Rolf.
    • Original von Rachmaninov
      bezieht sich Deine Frage gezielt auf die o.g. Komponisten oder diese Perlen i.A.?
      Ich kenne keine vierhändige Klaviermusik anderer Komponisten.

      Aber wer Musik von Russen, Franzosen u. a. kennt, liebt, der soll doch unbedingt hier davon erzählen!

      Es hat genug Platz.

      R.
    • hallo Rolf,

      ich gebe zu, dass ich die werke für 2 klaviere denen für vier hände vorziehe. da hat sich muskhistorisch wohl interesanteres entwickelt. ich denke, dass die werke für 2 klaviere mehr für das konzertieren und die vierhändigen werke mehr für den hausgebrauch erstellt wurden. wohl auch deshalb, weil die meisten zuhause nur ein klavier haben.

      gruß, siamak :)
    • Klaviermusik zu vier Händen

      Liebe Mitforianer ,
      Siamak hat den Unterschied richtig herausgearbeitet .
      1. : Was die Musi zu für vier Hände anbelangt wie die Kompositionen für zwei Klaviere , so ist der entschiedenste Gegner von den bekanten Pianisten Alfred Brendel ;
      2. Das dies alles ganz anders klingt können wir an den berühmten Duos Rosina und Josef Lhévinne und dem früheren Ehepaar Taimanon / Bruk sowie in den letzten Jahren bei Lupu mit Perahia hören . Und natürlich bei Argerich / Freire .
      Vielleicht liegt die Geringschätzung auch darin begründet , dass diese Form der Hausmusik sich nicht hat durchsetzen können . Die wenigen Spitzen-Duos geben doch selten Klavierabende .
      Und es ist wohl unbestreitbar so , dass der berühmte Solist in der Regel eben alleine spielt . Aiusnahmen sind die herrlichen Interpretationen der "Karneval der Tiere" in der Aufnahme mit Gilels / Zak ( Revelation ) oder Weissenberg / Ciccolini ( EMI ) . Die letztere Aufnahme ist wieder erhältlich .
      Grüse , Ganong
    • hallo Rolf,

      um auf dein avatar bezug zu nehmen. ich habe erstmalig das duo yaara tal & andreas groethuysen gehört mit einer live-aufnahme (2000) von:

      richard wagner
      tannhäuser-ouvertüre, bearbeitung für vierhändiges klavier von wagner selbst.



      exzellente realisation, wobei wagner diese transkription wohl doch eher für den konzertgebrauch verfasste.

      gruß, siamak :)
    • Ich denke, die Unpopularität der Werke für Klavier 4-händig hat auch ganz pragmatische Gründe: Wenn man zu zweit am Klavier sitzt, dann kann es bisweilen auch sehr eng werden. Mir persönlich geht es dann so, dass ich dann immer Rückenschmerzen bekomme, wenn ich nicht den Platz habe wie sonst. Von daher habe ich immer die Werke für 2 Klavier vorgezogen, sofern es sich vom Platz her machen liess.

      Eines der ganz großen Werke der 4-händigen Literatur habt Ihr bisher noch gar nicht genannt: Die Schubert'sche Fantasie f-moll D940. Es gibt hier hervorragende Aufnahmen u.a. mit Elena & Emil Gilels, Tal & Groethuysen oder Perahia & Lupu.
    • Original von AcomA
      hallo Rolf,

      um auf dein avatar bezug zu nehmen. ich habe erstmalig das duo yaara tal & andreas groethuysen gehört mit einer live-aufnahme (2000) von:

      richard wagner
      tannhäuser-ouvertüre, bearbeitung für vierhändiges klavier von wagner selbst.



      exzellente realisation, wobei wagner diese transkription wohl doch eher für den konzertgebrauch verfasste.

      gruß, siamak :)
      Hallo Siamak.
      Das glaub ich Dir, dass der Meister seine Bearbeitungen nicht für Wahnfried gedacht hat.
      Er wollte, dass seine Werke aufgeführt werden .
      Am liebsten noch bevor sie komponiert wurden!

      Geld musste rein!!

      R.
    • Liebe Forianer,

      Vierhändige Klavierwerke sind vermutlich auch deshalb seltene Gäste im Kozertsaal, weil die beiden Parts nicht immer gleichwertig sind. Vieles was für Klavier zu vier Händen geschrieben wurde sind "Lehrer/Schüler-Stücke" - Der Schüler klimpert beispielsweise im Diskant die Melodie im beidhändigen Unisono (...naja, so schlimm ist es meistens nicht). Das einzige Duo, dass sich meines Wissens nach ganz dezidiert der vierhändigen Literatur widmet sind Tal/Groethuysen. Ein Beispiel für extrem prachtvolle, vergeistigte und sehr dicht gearbeitete "Vierhänder" sind die "Six Epigraphes antiques" von Debussy. Hier greifen die Hände der Spieler oft ineinander, ein "Oben" und "Unten", eine "Spielerhierachie" ist kaum auszumachen. Sehr hübsch sind übrigens auch die Beiträge der anderen Franzosen wie Faurés Dolly-Suite oder Ravels "Ma mère l'Oye".

      LG!
      Daniel
    • Original von Jeremias
      Eines der ganz großen Werke der 4-händigen Literatur habt Ihr bisher noch gar nicht genannt: Die Schubert'sche Fantasie f-moll D940. Es gibt hier hervorragende Aufnahmen u.a. mit Elena & Emil Gilels, Tal & Groethuysen oder Perahia & Lupu.


      Ja, die höre ich schon zum x-ten Male heute, mit Perahia und Lupu. Natürlich liebe ich die Richter/Britten-Aufnahme nach wie vor, aber technisch ausgeklügelter gestalten nun mal Perahia/Lupu als Duo. Muss ich leider zugeben.

      Das ist ein irres Werk! Ich habe vorhin die ersten Minuten auch bei den „Wahnsinnsszenen“ erwähnt. Einfach wunderschön, ich könnte es im Dauer-Repeat hören! :down

      Gruß, Cosima
    • Original von Jeremias
      Eines der ganz großen Werke der 4-händigen Literatur habt Ihr bisher noch gar nicht genannt: Die Schubert'sche Fantasie f-moll D940. Es gibt hier hervorragende Aufnahmen u.a. mit Elena & Emil Gilels, Tal & Groethuysen oder Perahia & Lupu.


      @Jeremias,

      die Aufnahme mit Elena & Emil Gilels hörte ich gerade.



      Die Fantasie f-Moll D 940 schrieb Schubert ja erst in seinem letzten Lebensjahr. Ein weiteres der viele Zeugnisse welch großartige Komponist er doch war. Alleine die Melodie gleich zu Anfang, die immer wieder im Verlauf der Fantasie wiederholt wird. So ergreifend schön ........ und ergreifend schön gespielt ..... einfach zum :I
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Liebe Forenser,

      auch Brahms hat einen Haufen Sachen für Klavier zu vier Händen geschrieben bzw. auch für Klavier zu vier Händen. An erster Stelle stehen da wohl die Ungarischen Tänze, dann auch die Walzer op.39, die er erst nachträglich für Klavier zu zwei Händen umgeschrieben hat.

      Vielleicht weniger bekannt sind die Variationen über ein Thema von Schumann op.23 (das Thema von Schumann sind seine "Variationen über den letzten Gedanken", auch bekannt unter dem Namen "Geister-Variationen"), die Brahms für Clara Schumann und eine ihrer Töchter schrieb, und die großartige Transkription von Schumanns Klavierquartett (schon das Original ist so schön!). Alle diese hat das Duo Tal/Groethuysen aufgenommen.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Original von Gamaheh
      Liebe Forenser,

      auch Brahms hat einen Haufen Sachen für Klavier zu vier Händen geschrieben bzw. auch für Klavier zu vier Händen. An erster Stelle stehen da wohl die Ungarischen Tänze, dann auch die Walzer op.39, die er erst nachträglich für Klavier zu zwei Händen umgeschrieben hat.

      Vielleicht weniger bekannt sind die Variationen über ein Thema von Schumann op.23 (das Thema von Schumann sind seine "Variationen über den letzten Gedanken", auch bekannt unter dem Namen "Geister-Variationen"), die Brahms für Clara Schumann und eine ihrer Töchter schrieb, und die großartige Transkription von Schumanns Klavierquartett (schon das Original ist so schön!). Alle diese hat das Duo Tal/Groethuysen aufgenommen.

      Grüße,
      Gamaheh


      Stimmt, die CD habe ich auch noch irgendwo - ich muss mal suchen... ?(

      BTW: Schön, dass du wieder bei uns bist, Gamaheh!

      Gruß, Nikolaus.
    • Original von Rachmaninov
      Noch nicht genannt wurden hier im übrigen die "Six Fantasies for Piano Four-Hand" von J. Brahms!

      :)


      Lieber Richard,
      was meinst Du mit dem Stück? Ich kenne dieses überhaupt nicht, oder denkst Du an "Sovenier de la Russie" op.posth, Brahms hielt selbst wohl keine großen Stücke auf das Werk und veröffentlichte die 6 Stücke unter dem Pseudonym G.W.Marks. Das Duo Crommelynck und die Kontarskys haben sie eingespielt.

      Gruß Bernd