Rossinis spätes Werk für Klavier

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    • Rossinis spätes Werk für Klavier

      Daß Gioacchino Rossini nach seinem Rückzug aus dem Opernschaffen auch in späteren Jahren noch komponiert hat, ist wohl nicht sehr bekannt; mir jedenfalls war es bis vor kurzem völlig neu. Aber man lernt ja dazu: Rossinis Spätwerk für Klavier liegt jetzt in einer Einspielung für Klavier durch Stefan Irmer abgeschlossen vor. Ich selbst kenne und besitze nur die achte und letzte dieser CDs mit den von Rossini selbst humorvoll „Péchés de Vieillesse“ („Alterssünden“) genannten Stücken: Sie sind ausgesprochen reizvoll, übrigens auf Grund ihrer Titel vom Komponisten oft ironisch bzw. parodierend gemeint.
      Es gibt da z.B. eine „Valse anti-dansante“, eine „Valse boiteuse“ (also einen „hinkenden Walzer“) oder gar eine „Valse lugubre“ (der gar nicht so „schauerlich“ klingt) und andere Köstlichkeiten wie „Gymnastique d´écartement“ („Spreizgymnastik“), „Échantillon de blague mélodique sur les noires de la main droite“ („Kostprobe melodischen Quatsches der rechten Hand auf den schwarzen Tasten“), „Fausse couche de polka-mazurka („Fehlgeburt der Polka-Mazurka“).
      Der unbedarfte Hörer, zu denen ich mich hier leider zählen muß, merkt diese Ironie allerdings nicht oder kaum; etliches erinnert stark an Chopin, und die Nr. 14 könnte man stellenweise leicht für die Transkription eines Walzers von Johann Strauß halten ...).



      Was gibt es noch zu diesen und den anderen „Alterssünden“ zu sagen? Kennt jemand die Klaviernoten (scheint es leider überhaupt nicht im Handel zu geben)?
      PS. Ich kriege das Bild nicht hinein, obwohl ich mich ab die Hinweise in den Tools halte. Was mache ich schon wieder falsch?

      Grüße, Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."
    • RE: Rossinis spätes Werk für Klavier

      Original von Sarastro
      Daß Gioacchino Rossini nach seinem Rückzug aus dem Opernschaffen auch in späteren Jahren noch komponiert hat, ist wohl nicht sehr bekannt; mir jedenfalls war es bis vor kurzem völlig neu. Aber man lernt ja dazu: Rossinis Spätwerk für Klavier liegt jetzt in einer Einspielung für Klavier durch Stefan Irmer abgeschlossen vor. Ich selbst kenne und besitze nur die achte und letzte dieser CDs mit den von Rossini selbst humorvoll „Péchés de Vieillesse“ („Alterssünden“) genannten Stücken: Sie sind ausgesprochen reizvoll, übrigens auf Grund ihrer Titel vom Komponisten oft ironisch bzw. parodierend gemeint.
      Es gibt da z.B. eine „Valse anti-dansante“, eine „Valse boiteuse“ (also einen „hinkenden Walzer“) oder gar eine „Valse lugubre“ (der gar nicht so „schauerlich“ klingt) und andere Köstlichkeiten wie „Gymnastique d´écartement“ („Spreizgymnastik“), „Échantillon de blague mélodique sur les noires de la main droite“ („Kostprobe melodischen Quatsches der rechten Hand auf den schwarzen Tasten“), „Fausse couche de polka-mazurka („Fehlgeburt der Polka-Mazurka“).
      Der unbedarfte Hörer, zu denen ich mich hier leider zählen muß, merkt diese Ironie allerdings nicht oder kaum; etliches erinnert stark an Chopin, und die Nr. 14 könnte man stellenweise leicht für die Transkription eines Walzers von Johann Strauß halten ...).



      Was gibt es noch zu diesen und den anderen „Alterssünden“ zu sagen? Kennt jemand die Klaviernoten (scheint es leider überhaupt nicht im Handel zu geben)?
      PS. Ich kriege das Bild nicht hinein, obwohl ich mich ab die Hinweise in den Tools halte. Was mache ich schon wieder falsch?

      Grüße, Sarastro


      Lieber Sarastro:

      Viel kann ich nicht zu Rossinis Alterssünden beitragen, wenn es denn welche sein sollten, denn warum sollte man nicht etwas Spaß haben, wenn man alt ist? Der eine oder andere Titel könnte von Satie stammen. Die meisten Stücke sind wohl für Rossinis Soiréen an Samstagen gedacht gewesen und sollten wohl ein bißchen mehr oder weniger geistreiche Unterhaltung verschaffen. Der Meister spielte entweder selbst oder aber auch Louis Diémer, später der Lehrer von Cortot und Casadesus. Die Anklänge an andere Komponisten, die Du hörst, sind natürlich beabsichtigt und nicht zufällig.

      Ich habe und kenne nur einzelne Stücke, die von Aldo Ciccolini und Marcelle Meyer gespielt werden (beide EMI). Im Konzertsaal, für den sie auch nicht gedacht waren, dürften sie wirklich seltenst zu hören sein.

      Péchés de vieillesse: Petit caprice (style Offenbach), Prélude inoffensif, L'innoncence italienne; la candeur francaise, Ouf, les petits pois!, Une caresse à ma femme, Un petit train de plaisir
      Ciccolini EMI Les Introuvables 724357359528

      Péchés de vieillesse: Prélude prétentieux, Un regret, un espoir, La Savoie aimante, Un sauté, Ouf, les petits pois!
      Meyer EMI Les Rarissimes 724358522822


      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Ich habe vorhin zufällig noch eine eben erst erschienene Naxos-Doppel-CD mit einer Auswahl der Péchés de vieillesse (die Akzente fehlen auf dem Cover) gefunden, die ich hier ergänzend nachschiebe.

      Gute Nacht,
      Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."

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