Über solche Sätze freue ich mich!

    • Amadé über einen Konzerteindruck hier mim Forum desConcerto pathetique für 2 Klaviere von Franz Liszt, das er als sehr äußerlich, viel Gedonnere und Getöse, gespickt mit den größten pianistischen Schwierigkeiten an allen Ecken und Kanten empfand, bei dem sich trefflich beobachten ließ, wie sich die beiden Pianistinnen durch Liszts hohl scheinende Notenwelt kämpften:

      Auf mich machte es den Eindruck von Musik als Wirkung ohne Ursache.

      :times10

      Nur das Auge war gefangen vom Totaleinsatz der Musikerinnen.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Kunst ist nicht da, um schön zu sein, sondern um das Leben zu reflektieren (...) Unsere Ohren sind heute doch verschmutzt von der Perfektion, wie sie in den Studios produziert wird und dann auf den CDs zu hören ist (...) Sollen die Leute doch ruhig Buh rufen, ihre Meinung äußern (...) Ich spiele Mozart so, als säße er heute im Konzertsaal. Wir sind Menschen von heute. Wir kennen Autolärm, elektrisches Licht, die Atombombe, Elvis Presley und die Rolling Stones. Warum soll das nicht auch in meine Interpretationen eingehen?

      patriciakopatchinskaja.com/interviews-2006-patkop.htm
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Original von Cetay
      Kunst ist nicht da, um schön zu sein, sondern um das Leben zu reflektieren (...) Unsere Ohren sind heute doch verschmutzt von der Perfektion, wie sie in den Studios produziert wird und dann auf den CDs zu hören ist (...) Sollen die Leute doch ruhig Buh rufen, ihre Meinung äußern (...) Ich spiele Mozart so, als säße er heute im Konzertsaal. Wir sind Menschen von heute. Wir kennen Autolärm, elektrisches Licht, die Atombombe, Elvis Presley und die Rolling Stones. Warum soll das nicht auch in meine Interpretationen eingehen?

      patriciakopatchinskaja.com/interviews-2006-patkop.htm


      Hallo Cetay

      Dem ist nichts hinzuzufügen..... :thanks Patricia!

      Gruss Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)
    • Im Prinzip dasselbe, jedoch ohne die punkig-revolutuionäre Attitude, sagt ein Hörtester des Rondomagazins (->hier), wenn er feststellt:

      Die »Symphonie fantastique« so hörbar zu machen, wie Berlioz und seine Zeitgenossen sie gehört haben könnten, ist illusorisch. Selbst wenn eine Identität oder Ähnlichkeit des Klangbildes und der Musizierhaltung vorausgesetzt werden könnte – wir haben inzwischen andere Ohren, nehmen anders wahr und haben grundsätzlich veränderte ästhetische Maßstäbe.

      Durchaus Nachdenkens-wert, angesichts des Schwachsinns, der von prätentiösen Rhetorik-Spitzhackern in ihren Kritiken über moderne Interpreten, die versuchen, unsere veränderten Hörmaßstäbe zu berücksichtigen, manchmal verzapft wird.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Original von Cetay
      Im Prinzip dasselbe, jedoch ohne die punkig-revolutuionäre Attitude, sagt ein Hörtester des Rondomagazins (->hier), wenn er feststellt:

      Die »Symphonie fantastique« so hörbar zu machen, wie Berlioz und seine Zeitgenossen sie gehört haben könnten, ist illusorisch. Selbst wenn eine Identität oder Ähnlichkeit des Klangbildes und der Musizierhaltung vorausgesetzt werden könnte – wir haben inzwischen andere Ohren, nehmen anders wahr und haben grundsätzlich veränderte ästhetische Maßstäbe.

      Durchaus Nachdenkens-wert, angesichts des Schwachsinns, der von prätentiösen Rhetorik-Spitzhackern in ihren Kritiken über moderne Interpreten, die versuchen, unsere veränderten Hörmaßstäbe zu berücksichtigen, manchmal verzapft wird.


      Selbst wenn wir tatsächlich andere Ohren hätten (was ich in der kurzen Zeit bei den Zeiträumen evolutionärer Veränderung nicht annehme) und ich nicht wüsste, wie ich eine Ahnung davon bekommen könnte, was es heißen solle, früher sei "anders wahrgenommen worden als heute", so habe ich keinen Zweifel, dass wir grundsätzlich immer an Gehörtes mit verschiedenen ästhetischen Maßstäben lauschend herangehen können; und damit prinzipiell verschiedene - und damit auch vergangene - Kritereien zugrundelegen können. Ich meine daher, dass es gar nicht illusorisch ist, die »Symphonie fantastique« so hörbar zu machen, wie Berlioz und seine Zeitgenossen sie gehört haben. Illusorisch ist es nur, sich dessen gewiss werden zu können: Vieles bleibt reine Spekulation...
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • An diesem Abend hatte es im Großen Saal der Philharmonie ein Konzert mit dem berühmten Wiener Pianisten Schachtmeier gegeben. Seine tiefe Unterwassermusik, erfüllt von jenem erhabenen und sonderbaren Gefühl, das weder Trauer noch Extase genannt werden kann, hatte die Zuhörer erschüttert. Schweigend gingen die Leute auseinader, erschreckt und erfreut durch die neuen und ungekannten Tiefen und Höhen des Lebens, von denen Schachtmeier in der elementaren Sprache der Musik erzählt hatte.


      aus: Andreij Platonov: Der Ätherstrom
      (Novelle aus dem Nachlass, übersetzt von Alfred Schrank)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Herrlich mild-ironischer Spruch in der Tat! Und doch - es gibt diese Phasen des Wahnsinns. Hattest Du sie nicht einst beim Sibelius-Konzert? Und ich besitze mittlerweile über zehn Gesamteinspielungen der Klaviersonaten von Skrjabin (auf fünfzig kann man nicht kommen, auf zwanzig kaum)- und höre sie - so grob über den Daumen gepeilt - einmal im Jahr durch (respektive habe ich das weiterhin vor ... ) :cool

      Es grüßt: Wolfgang
    • Original von Andréjo
      Herrlich mild-ironischer Spruch in der Tat! Und doch - es gibt diese Phasen des Wahnsinns. Hattest Du sie nicht einst beim Sibelius-Konzert? (...)


      Und als Konsequenz I own an unknown number of Sibelius concerts, all of which I never play. :cool
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • In Woody Allens Buch "Pure Anarchie" gibt es einen herrlichen Satz, der an den alten Woody Allen erinnert:

      Spinoza hingegen ernährte sich spärlich, weil Gott für ihn in allen Dingen wohnte und weil man nicht so ohne Weiteres einen Fleischklops verschlingen kann, wenn man das Gefühl hat, Senf auf den Urgrund allen Seins zu streichen.




      LG,
      Hosenrolle1
    • "The problem with listening, of course, is that we don't. There's too much noise going on in our heads, so we never hear anything." (Philp Glass, Sekundärzitat)

      Angesichts der Tatsache, wie das Gehörte oft (gelegentlich auch von mir selbst) zerredet wird, ist da was dran.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Beethoven-Sinfonien sind super, aber, Entschuldigung, im Vergleich zu den Quartetten ist das Kindermusik, das ist Orangensaft! (Mathieu Herzog, ex-Bratschist des Quatuor Ébène, hier zitiert von Raphaël Merlin, Cellist desselben)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Benutzer online 2

      2 Besucher