Gustav Mahler Symphonie Nr. 1 "Titan"

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    • Von den Aufnahmen, die ich von Gustav Mahlers 1. Sinfonie habe, höre ich eine immer wieder besonders gerne.

      Es handelt sich um eine Live-Aufnahme vom "Gustav-Mahler-Fest Kassel" aus dem Jahr 1989 aus der Kasseler Stadthalle. Dieses "Gustav Mahler-Fest" fand 1989 zum ersten Mal in Kassel statt. Zu diesem Anlass wurde ein Festspielorchester gegründet, dessen Musikern/innen aus Orchestern und Städten kommen, in denen Gustav Mahler zu Lebzeiten selbst gewirkt hat bzw. wo es schon immer eine große Gustav Mahler-Tradition gab.

      Die Musiker/innen kamen u. a. aus folgenden Orchestern: Wiener Philharmoniker, Wiener Symphoniker, RSO Wien, Ungarische Nationalphilharmonie, Budapester Staatsoper, Prager Kammerorchester, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Berliner Philharmoniker, Concertgebouw Orchester und das Orchester des Staatstheaters Kassel.

      Wichtige Positionen wurden mit Musikern/innen besetzt, die bereits aufeinander eingespielt waren. Auch auf typische Klangfarben wurde geachtet, z. B. wurden bei den Holz- und Blechbläsern ausschliesslich die sog. Wiener Oboe und das Wiener Horn verwendet.

      Die musikalische Leitung hatte Adam Fischer.

      Die Spieldauern der einzelnen Sätze sind:

      1. Satz: 17:06 / 2. Satz: 8:16 / 3. Satz: 11:44 / 4. Satz: 21:06

      Als ehemaliger Nordhesse schwingt bei mir beim Anhören dieser Aufnahme immer so eine Art "Lokalpatriotismus" mit. Nüchtern betrachtet ist dies sicherlich eine ordentliche aber keine herausragende Aufnahme aber sie eine interessante Alternative zu den Aufnahmen von Bernstein, Solti, Abbado, Kubelik, Walter, Maazel, Sinopoli, Boulez etc....

      Man merkt dieser Aufnahme die Leidenschaft beim Orchester und Dirigenten an, die damals bei der Premiere des 1. "Gustav-Mahler-Festes" in Kassel herrschte.

      Die Aufnahme erschien bei dem kleinen nordhessischen Label "AMU-Records" (AMU-Records Nr. 073-2) aus Kassel und die Klangqualität ist für eine Live-Aufnahme durchaus in Ordnung. Ausserhalb Kassels bzw. von Nordhessen war/ist diese Aufnahme aber nicht weit verbreitet und bei den verschiedenen Internet-Kaufhäusern dürfte sie auch nicht erhältlich sein. Daher habe ich auch kein CD-Cover dieser Aufnahme im Internet gefunden.
    • Original von jünter
      Besitzt jemand von euch diese CD



      aus der Esprit-Reihe? Da hat doch bei amazon jemand geschrieben, dass es sich tatsächlich gar nicht um Bruno Walters auf dem Cover angegebene Aufnahme von 1961 mit dem Columbia SO, sondern um die ältere New Yorker Einspielung von 1954 handelt.

      Stimmt das wirklich? Einen solchen Irrtum/Etikettenschwindel kann ich mir fast nicht vorstellen.


      Ich kann mir bei der Schlampigkeit der Plattenfirmen alles mögliche vorstellen, wage das hier aber kaum zu hoffen. Wenn das jemand bestätigen könnte, würde ich die CD sofort kaufen; die New Yorker Aufnahme ist nämlich schwer zu kriegen, höchstens in "grauen" Überspielungen.
      (Sie war wenn ich recht erinnere, ebenso wie Mitropoulos' Einspielung mal in einer historischen Reihe der Sony/CBS erhältlich.)

      Wooster
    • Mahler - Walter CSO

      Lieber Jünter,

      höchstwahrscheinlich stimmen Cover-Angabe und Inhalt (CSO) überein. CDs der Esprit-Serie wenden sich vorrangig nicht an den Sammler und Kenner, sondern an Musikhörer, die das betreffende Werk besitzen möchten, aber auf bestimmte Interpreten nicht unbedingt reflektieren. Wichtig für sie ist auch ein akzeptabler Stereo-Klang, damit kann die ältere Walter-Aufnahme mit dem NYPO von 1954 jedoch nicht aufwarten.
      Ich würde deshalb zugreifen.
      Gruß Amadé
    • Mahler - Walter CSO

      Original von Amade´
      Lieber Jünter, höchstwahrscheinlich stimmen Cover-Angabe und Inhalt (CSO) überein. CDs der Esprit-Serie wenden sich vorrangig nicht an den Sammler und Kenner, sondern an Musikhörer, die das betreffende Werk besitzen möchten, aber auf bestimmte Interpreten nicht unbedingt reflektieren. Wichtig für sie ist auch ein akzeptabler Stereo-Klang, damit kann die ältere Walter-Aufnahme mit dem NYPO von 1954 jedoch nicht aufwarten. Ich würde deshalb zugreifen. Gruß Amadé


      Habe soeben mal bei jpc in die MP3-Schnipsel reingehört und bin mir danach sicher, dass es sich um eine Mono-Aufnahme handelt! Es scheint tatsächlich zu stimmen, was der Amazon-Kunde geschrieben hat.

      Gruß, jünter
    • Mahler - Walter CSO/NYPO

      Original von Amade´
      Vielleicht kann man mittels der Laufzeiten, sofern man ihrer habhaft werden kann, weiterkommen. NYPO 48:37, CSO 52:19


      Wenn ich die Gesamtlaufzeit auf der Cover-Rückseite richtig entziffere, steht da 51:51.

      Wie auch immer: Ich höre derzeit wieder sehr gerne Mahler, bin aber keiner der Ober-Mahlerianer und dachte, man könnte mit der Esprit-CD für 6 Euro ein Schnäppchen mit hohem Authentizitätswert machen (Bruno Walter soll Mahler ja noch gut persönlich gekannt haben).

      Immerhin habe ich mir bei 2001 ein anderes Schnäppchen für 9 Euro (ansonsten noch überall Hochpreis-CD) gesichert, nämlich dieses hier:



      Gruß, jünter
    • RE: Mahler - Bernstein /CBO

      Hallo jünter,

      diverse Aufnahmen mit dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam konnte man gratis runterladen.
      Darunter auch die von Dir abgebildete Bernstein-Aufnahme.

      Obwohl ich ansonsten mit Solti (Decca) absolut zufrieden bin, habe ich mir diese Bernstein-Aufnahme mal angehört. Ich empfinde Bernstein hier, ganz im Gegensatz zu seinen sonstigen Aufnahmen und auch seiner Aufnahme mit den New Yorker PH (SONY), recht zurückhaltend. Auch die Klangtechnik wirkt etwas gedeckt, was diesen Eindruck noch unterstützt. Freilich insgesamt, wie bei Bernstein und Mahler nicht anders zu erwarten, keine schlechte Aufnahme.
      Man höre aber dagegen mal Swetlanow (die ich auch als Download probiert habe), wie umwerfend man das Werk auch gestalten kann.
      :cool Aber letztendlich hat es sich wiedereinmal bestätigt:
      Ich brauche eingendlich nur die Solti-Aufnahme mit dem Chicago SO um bei der Sinfonie Nr.1 wirklich zufrieden zu sein !
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Mahler Solti/Bernstein

      Original von teleton
      Ich brauche eingendlich nur die Solti-Aufnahme mit dem Chicago SO um bei der Sinfonie Nr.1 wirklich zufrieden zu sein !


      Hallo teleton,

      die Solti/CSO-Aufnahme war bisher meine einzige Version von Mahlers 1., und nachdem ich mich in jüngster Zeit wieder intensiv mit Mahler befasse muss ich gestehen, dass Soltis messerscharfer, sehr blechbläserlastiger Sound und die teilweise sehr schnellen Tempi für mein Empfinden überhaupt nicht zu Mahlers Musik passen bzw. dass dies zumindest nicht die Art der Interpretation ist, in der ich diese Musik hören möchte.

      Aber wie heisst es so schön: Über Geschmack lässt sich nicht streiten!

      Gruß, jünter
    • Ich habe Bernstein in der Concertgebouw-Einspielung, die meine erste CD des Werks gewesen ist, ebenfalls als etwas zahm in Erinnerung (gleichwohl sicher nicht schlecht). Die Alternative muss aber nicht Solti sein, sondern z.B. Kubelik/DG oder Walter. Gleich ob es sich bei der ominösen Esprit um die New Yorker oder die spätere handelt, abgesehen vom Klang würde ich die Bernstein/DG vorziehen. (Wobei ich zugeben muss, dass ich den Walter nur mal in grauer Vorzeit gehört habe, aber damals eben überrascht war, dass er das Groteske im langsamen Satz viel deutlicher herausbringt als Lennie)


      :hello

      Wooster
    • Original von ab
      Warum eigentlich wird hier die Kubelik-Aufnahme aus München so wenig geschätzt?


      Meinst Du die DGG oder die Live-Audite? Die DGG ist meinem Eindruck nach eine Standardempfehlung, die andere kennt vermutlich kaum jemand. (Ich z.B. nicht und da mich das Werk nicht so wahnsinnig interessiert, wird sich das auch kaum ändern, da ich bereits eine Reihe anderer Aufnahmen besitzte.)

      Wooster
    • Original von Wooster
      Original von ab
      Warum eigentlich wird hier die Kubelik-Aufnahme aus München so wenig geschätzt?


      Meinst Du die DGG oder die Live-Audite? Die DGG ist meinem Eindruck nach eine Standardempfehlung, die andere kennt vermutlich kaum jemand.


      Ich meinte Studio dgg, ja eine Standardempfehlung; aber hier im Forum nie erwähnt. Warum nur?
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Original von ab
      Original von Wooster
      Original von ab
      Warum eigentlich wird hier die Kubelik-Aufnahme aus München so wenig geschätzt?


      Meinst Du die DGG oder die Live-Audite? Die DGG ist meinem Eindruck nach eine Standardempfehlung, die andere kennt vermutlich kaum jemand.


      Ich meinte Studio dgg, ja eine Standardempfehlung; aber hier im Forum nie erwähnt. Warum nur?


      Ich denke, das erklärt die oft zu lesende Einschätzung, Kubeliks Mahler sei nicht emotional, vor allem nicht schwärmerisch genug. Das sei zwar alles sehr genau, sehr buchstabengetreu, aber dabei eben auch etwas trocken.
      :hello
      :hello Agravain
    • Original von Wooster
      Ich habe Bernstein in der Concertgebouw-Einspielung, die meine erste CD des Werks gewesen ist, ebenfalls als etwas zahm in Erinnerung (gleichwohl sicher nicht schlecht). Die Alternative muss aber nicht Solti sein, sondern z.B. Kubelik/DG oder Walter. Gleich ob es sich bei der ominösen Esprit um die New Yorker oder die spätere handelt, abgesehen vom Klang würde ich die Bernstein/DG vorziehen.


      Das muss natürlich heißen, dass ich beide Walters, vom Klang abgesehen, der Bernstein/DG vorziehen würde...

      Man höre mal die "Klezmer-Passagen" im langsamen Satz. Die sind bei Walter und Kubelik wesentlich charakteristischer als bei Bernstein/Concertgebouw.

      Wooster

    • Ich denke, das erklärt die oft zu lesende Einschätzung, Kubeliks Mahler sei nicht emotional, vor allem nicht schwärmerisch genug. Das sei zwar alles sehr genau, sehr buchstabengetreu, aber dabei eben auch etwas trocken.
      :hello



      Ich muss zugeben, dass das im Prinzip auch immer meine (vielleicht auch etwas vorgefasste) Meinung zu dieser Standart-Aufnamhe gewesen ist.

      Trocken würde ich das ganze allerdings nicht beschreiben, dazu musiziert Kubelik viel zu "atmosphärisch" und besonders in den Mittelsätzen trifft er den Klang recht gut, da hat Wooster ganz recht...

      Allerdings kommt es bei einer Mahlereinspielung (meiner Meinung nach) eben nicht nur drauf an die Stimmung wiederzugeben, sondern auch die innere Entwicklung der Musik herauszustellen und da bei Kubelik besonders der letzte Satz einfach nicht genügend "Durchschlagshärte" und Konsequenz besitzt fällt die Aufnahme dann doch etwas ab und es wird deutlich das hier vielleicht mehr Wert auf das "Wie solls klingen?" als auf das "Warum klingst so? gelegt wurde...

      Grüße,
      Kreisler
      von eurem kreislerianer
    • Schon gehört? Diese hymnische Rezension macht mir jedenfalls aller größte Lust darauf, sie zu hören:

      Gustav Mahler
      Sinfonie Nr. 1 D - Dur
      Pittsburgh Symphony Orchestra
      Manfred Honeck
      Exton

      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

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    • Original von Wooster
      Ich habe Bernstein in der Concertgebouw-Einspielung, die meine erste CD des Werks gewesen ist, ebenfalls als etwas zahm in Erinnerung (gleichwohl sicher nicht schlecht).


      Die Bernstein/Concertgebouw-CD ist gestern bei mir eingetroffen und ich muss gestehen, dass ich von der etwas zurückhaltenden Aufnahme auch überrascht bin. Um so mehr, als diese ( Oktober 1987) und Lennys an Ausdruckskraft und Emotion wohl kaum zu toppende Live-Einspielung der 5. mit den Wienern (September 1987) zeitlich sehr nah beieinander liegen.

      Enttäuscht bin ich aber keineswegs: Für mich persönlich klingt Bernsteins Erste mit dem CGO um ein Vielfaches mehr nach Mahler als Soltis Chicagoer Version.

      Gruß, jünter