Gustav Holst: Die Planeten Op.32

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    • Gustav Holst: Die Planeten Op.32

      Wenn mich die Suchfunktion nicht täuscht, haben wir noch keinen Thread zu Die Planeten.

      Lediglich beim Thema: Aus der internationalen Presse
      wurde mal folgende Kritiker-Hitliste zitiert:

      Original von HenningKolf
      Original von Tangua
      Die Planeten scheinen sich in diesem Forum ja doch eher einer sehr überschaubaren Beliebtheit zu erfreuen. Das ist bei mir ganz anders, und "zufällig" besitze ich alle 10 dieser Aufnahmen, daher für die wenigen dennoch Interessierten die Reihenfolge der 10, die ich festlegen würde:
      1.Gardiner
      2.Karajan
      3.Steinberg
      4.Previn
      5.Bernstein
      6.Ormandy
      7.Levine
      8.Ozawa
      9.Boult
      10.Svetlanov

      Die m.E. beste Aufnahme des Werkes fehlt in dieser Liste: Karajan mit den Berliner Philharmonikern!



      Ich habe die Planeten mit Marriner, Dutoit und Davis...keiner unter den ersten zehn? Egal, ich kaufe keine weitere Einspielung. Mir gefallen eigentlich alle drei die ich habe und mehr als drei Aufnahmen muss ich von den Planeten nun auch nicht haben...

      Gruß
      Henning


      Bemühe ich jedoch die Volltextsuche, so stelle ich fest, dass Die Planeten recht häufig gehört werden (u.A. von mir).

      Suche ich bei Amazon nach Einspielungen, dann werde ich nahezu überflutet. Kaum ein namhafter Dirigent der letzten 50 Jahre hat dieses Werk nicht eingespielt.

      Dennoch wird darüber kaum diskutiert. Ist es aus Scham, weil das Werk oft als kitschig abgetan wird?

      Es gibt übrigens den Trailer von Greystoke, in dem der Anfang von Mars wunderbar eingesetzt wird.
      Gerade hier empfinde ich die Musik alles andere als kitschig, sondern ein Meisterstück.

      Wie denkt Ihr darüber?

      Und was sind Eure Favoriten aus der Flut von Einspielungen?

      Grüße
      Jürgen
    • Für mich zählen "Die Planeten" von Gustav Holst zu den schönsten Orchesterwerken überhaupt. Vor allem, weil das Werk so abwechslungsreich ist: markant, wuchtig wie im "Mars", zart lyrisch in "Venus"-Satz, diabolisch im "Uranus" oder geheimnisvoll-mystisch im "Neptun". Das ist schon eine große Bandbreite und zudem äusserst effektvoll und brilliant instrumentiert.

      Mich ärgert es immer, wenn ich merke, dass "Die Planeten" als oberflächliche Klassik, die mehr in Richtung Filmmusik geht, abgetan wird. Dieses Werk ist ein typisches Beispiel für die großen Orchesterwerke, die Anfang des 20. Jahrhunderts komponiert wurden. In dieser Zeit entstanden viele opulente und luxuriös besetzte Werke und daher ist dieses Werk auch nicht besser oder schlechter als z. B. die großen Orchesterwerke von R. Strauss oder die Sinfonien von Scriabin, um nur einige Beispiele zu nennen.

      Meine Lieblingsaufnahme von den Planten ist folgende:


      Philharmonia Orchestra, John Eliot Gardiner

      Für mich ist das sowohl von der Interpretation als auch von der Klangqualität die beste Aufnahme. Einerseits wuchtig und dramatisch andererseits kommen aber auch die feinen Details dieser Partitur sehr gut zur Geltung.

      Eine andere auch gute Aufnahme ist diese:


      Royal Scotish National Orchestra, David Lloyd-Jones

      Vor allem in Bezug auf den sehr günstigen Preis ist das eine Aufnahme auf sehr hohem Niveau. Interessant sind auch die beiden anderen Werke auf dieser CD: "The mystic Trumpeter" für Sopran und Orchester von Holst und als moderne Fortsetzung der Planeten der Satz "Pluto" des zeitgenössischen Komponisten Colin Matthews.

      Desweiteren habe ich noch diese 2 Aufnahmen:


      Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan

      Diese Karajan-Aufnahme war meine erste Planeten-CD. So ganz kann ich die positiven Meinungen, die ich im Internet über diese Aufnahme lese, nicht teilen. Die Stärken liegen meiner Meinung nach eher in den ruhigeren Passagen. In den wuchtigen Stellen fehlt mir ehrlich gesagt die "Power". Da haben Gardiner und Jones mehr zu bieten.

      Dann noch diese Aufnahme:


      Royal Philharmonic Orchestra, Andre Previn

      Klanglich bietet diese Aufnahme beste Telarc-Qualität und zählt zusammen mit der Gardiner-Aufnahme wohl zu den technisch hervorragendsten Aufnahmen. Bei der Interpretation vermisse ich allerdings bei Previn etwas die Dramatik. Da könnte manchmal noch etwas mehr passieren.

      Die Planeten würde ich übrigens auch gerne mal live im Konzert erleben aber dazu muss ich wohl mal wieder nach England reisen, weil da die Chancen höher sind als hier.
    • Hallo Jürgen und alle Planeten-Liebhaber,

      ich bin tatsächlich verwundert, das noch kein Planeten - Thread hier vorhanden war. Meine Durchsicht hat dies bestätigt.

      Meine Erstaufnahme, damals auf LP war Bernstein / New Yorker PH (CBS), die dann später auf durch die Karajan-Aufnahme (DG) abgelöst wurde - mein ehemaliger Favorit.

      Inzwischen habe ich 6 Aufnahmen auf CD (es könnten noch weit mehr sein, aber ich habe nur die wirklich Guten behalten).

      Hier meine TOP-Aufnahmen in dieser Reihenfolge (die ich aus Zeitgründen zu einem späteren Zeitpunkt kommentieren werde):

      1.) Metha / Los Angeles PO (Decca, ADD)
      2.) Gardiner / Philharmonia Orchestra (DG, 1995, DDD)
      3.) Handley / Royal PO (RPO, 1993, DDD
      4.) Karajan / Berliner PH (DG, 1982, DDD)
      5.) Solti / London SO (Decca, ADD)
      6.) Bernstein / New Yorker PH (SONY, ADD)
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Original von Armin70
      die Steinberg-Aufnahme kenne ich nicht. Mal "frech" gefragt: Sollte ich sie kennen bzw. ist sie zu empfehlen und lohnt sich der Kauf und wenn ja, warum ?


      Hallo Armin,
      über die Qualität der Steinberg-Aufnahme kann ich wenig sagen, da es meine einzigste ist und ich mich bisher kaum mit dem Werk beschäftigt habe. Beim Erscheinen in den 70ern wurde sie m.W. gelobt. Inzwischen ist jedoch eine ganze ANzahl neuerer Aufnahmen auf den Markt gekommen.
      Vielleicht kkann ein anderer Forianer da helfen.

      Gruß Amadé
    • Original von Armin70
      Mich ärgert es immer, wenn ich merke, dass "Die Planeten" als oberflächliche Klassik, die mehr in Richtung Filmmusik geht, abgetan wird.


      Ich denke, das kommt daher, dass die Planten vor allem bei kulinarsich-mystizistischen Erlebnissuchern (Wunderlich Konzertführer) Kult geworden sind; bezeichnenderweise erst im Hifi-Zeitalter. Über die Orchestrations- und Klanggestaltungskunst kann bei diesem Werk kaum ernsthaft diskutiert werden, wohl aber darüber, dass viele Interpretationen in der Tat nach Filmmusik klingen, weil Effekte und Dramatik aus diesem Genre abgekupfert werden. Wenn man wissen will, wie das ursprünglich gedacht war, muss man zum Original greifen. Da gibt es zwar deutliche Abstriche bei der Klangqualität, dafür rasante Tempi und keinen Schwulst oder Kitsch.


      Holst dirigiert Holst (1928)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Original von Amadé



      Ich bin auf diese Aufnahme neugierig geworden und habe sie mir daher schnellstens besorgt und mir gleich angehört.

      Diese Aufnahme finde ich fantastisch. Die schnellen und zügigen Tempi, die Steinberg wählt, bekommen dem Werk großartig, weil damit übertriebener Pomp und falsches Pathos vermieden wird. Auch die ruhigeren lyrischen Stellen (Venus, Saturn und Neptun) driften nicht ins sentimental-kitschige ab.

      Eine Erklärung, warum neuere Aufnahmen der Planeten zu "cineastisch" klingen liegt vielleicht daran, dass sich Filmmusikkomponisten bei ihren Soundtracks zu Science-Fiction-Filmen Gustav Holsts Werk zum Vorbild nahmen, wenn ich allein nur an John Williams und seine, ohne Frage, imposante Musik zu den Star Wars-Filmen denke. Ohne Gustav Holsts Werk hätten John Williams und andere ihren Musiken so nicht komponiert.

      Als Steinberg diese Aufnahme machte (1971) gabs John Williams Star Wars-Soundtrack noch nicht. Möglicherweise ist Steinbergs Aufnahme deshalb unbelastet von diesen "cineastischen" Einflüssen, die bei späteren Aufnahmen anderer Dirigenten, bewusst oder unbewusst, vorhanden sind. Vielleicht ist meine These gewagt und andere halten sie für absurd aber ich halte sie für plausibel...

      Ich habe mal die Spielzeiten der mir vorliegenden Aufnahmen verglichen:
      1. Karajan:
      1. Mars: 7:21
      2. Venus: 8:37
      3. Merkur: 4:16
      4. Jupiter: 7:36
      5. Saturn: 9:22
      6. Uranus: 6:03
      7. Neptun: 8:46

      2. Lloyd-Jones:
      1. Mars: 7:06
      2. Venus: 8:32
      3. Merkur: 3:58
      4. Jupiter: 7:58
      5. Saturn: 9:23
      6. Uranus: 6:07
      7. Neptun: 6:51

      3. Previn:
      1. Mars: 7:16
      2. Venus: 8:50
      3. Merkur: 3:59
      4. Jupiter: 7:51
      5. Saturn: 9:08
      6. Uranus: 5:55
      7. Neptun: 7:53

      4. Gardiner:
      1. Mars: 8:10
      2. Venus: 7:37
      3. Merkur: 3:51
      4. Jupiter: 7:17
      5. Saturn: 9:13
      6. Uranus: 5:34
      7. Neptun: 8:10

      5. Steinberg:
      1. Mars: 6:37
      2. Venus: 7:25
      3. Merkur: 3:59
      4. Jupiter: 8:01
      5. Saturn: 7:45
      6. Uranus: 5:24
      7. Neptun: 6:47

      Dann hatte Cetay auf Holsts eigene Aufnahme mit dem London Symphony Orchestra aus dem Jahr 1928 hingewiesen, die ich nicht kenne. Dennoch habe ich zum Vergleich mal Holsts eigene Tempi der Ergänzung wegen mit aufgelistet:

      1. Mars: 6:13
      2. Venus: 7:13
      3. Merkur: 3:34
      4. Jupiter: 7:01
      5. Saturn: 6:57
      6. Uranus: 5:57
      7. Neptun: 5:35

      Ob jetzt Holst deshalb so zügige und flotte Tempi wählte, weil das halt seiner eigenen Interpretationsempfindung entsprach oder ob das zumindest z. T. auch an den damals beschränkten technischen Aufnahmemöglichkeiten lag, weiss ich nicht.

      Jedenfalls stellt Steinergs Aufnahme ohne Frage eine Bereicherung meiner CD-Sammlung dar. Daher auch mein Dank an Amadé, der mich auf diese Aufnahme aufmerksam machte.
    • Ich will mal aufzählen, welche Aufnahmen mein Planeten-Bild bestimmen.

      Bis vor Kurzem und seit etwa 12 Jahren hatte ich drei Aufnahmen im Regal, die ich auch bei Armin gelesen habe:

      1. Karajan, 1981
      2. Previn, 1986
      3. Gardiner, 1994
        [/list=1]

        Vor ein paar Tagen habe ich dann die vierte Einspielung Svetlanow, 1991 günstig erstanden.


        Svetlanow lässt es langsamer angehen. Den ruhigeren Stücken schadet das nicht, beim Mars jedoch, wo ein paar mal die Dramatik etwas herausgenommen wird, zerfällt das Stück. In summa gefällt mir Svetlanow aber noch besser als Previn, der mir sehr lau erscheint. Da kommt keine Dramatik auf und das Vokalisieren des Damenchors am Schluss nervt mich in dieser Aufnahme.

        An der Spitze bei mir immer noch Karajan und Gardiner. Letzterer besticht durch super Klangqualität, da hört man bisher nicht gekannte Details heraus.
        Karajan erzeugt mehr Dramatik, hat auch die strafferen Tempi. Allerdings ist die Klangqualität trotz (oder eigentlich wegen) der frühen Digitalaufnahme relativ schlecht. Da machen 13 Jahre Üben schon eine Menge aus.

        Karajan hat die Planeten 1962 schon einmal für Decca aufgenommen und ich habe in die Soundschnipsel reingehört. Das hörte sich recht vielversprechend an und für die damalige Zeit auch klanglich hervorragend.


        Diese Aufnahme, Solti (mir aus LP-Zeiten bekannt) und Steinberg, auf den ich durch diese Diskussion aufmerksam geworden bin, stehen auf meiner langfristigen Wunschliste.

        Grüße
        Jürgen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jürgen ()

    • Planeten: Die 6 TOP-Aufnahmen

      Hallo Planeten-Freunde,

      Die Planeten von Holst höre ich immer wieder gerne - für mich ein Meisterwerk des 20.Jahrhunderts.

      :beer Meine erste Aufnahme auf LP war mit Bernstein/New Yorker PH auf CBS - eine gute Aufnahme mit der ich Jahrelang zufrieden war.

      Später zur CD-Zeit kaufte ich mir dann die 1982er-DG-Aufnahme natürlich mit Karajan/Berliner PH, die von der Klangqualität sowieso und ich meine auch von der Interpretation noch ein paar Punkte mehr verdient.
      Im laufe der Jahre mußte ich aber durch viele Beiträge und Meinungen feststellen, das die Karajan - Planeten sehr umstritten sind:
      Der Eine findet sie unsagbar gut, der andere lehnt sie ab (darunter auch die Karajangegner).

      :hello Gut, dieser Thread ist gerade erst neu, aber mich wundert, das keiner die TOP-Aufnahmen mit Metha und Handley erwähnt hat !?!
      Steinberg (DG) ist sicher auch sehr interssant. Denn darüber habe ich schon viel Lob glesen, aber sie ist mir noch unbekannt geblieben.


      Hier nun meine Eindrücke zu meinen Favoriten:

      1.) Metha / Los Angeles PO (Decca, ADD)
      Für mich sowohl von der feurigen Interpretation wie von der audiophilen Analog-Decca-Quailtät die stimmigste Aufnmahme, bei der alles stimmt und einen emotianal harten Interpretationsansatz liefert, der mich voll überzeugt.
      Der Mars zupackend (einer der härtesten), mein Lieblingssatz Uranus genau so, wei er sein soll (auch von den Pauken her), der Schlussatz nicht zu überhastet.
      Für die Interessenten die Spielzeiten:
      1. Mars: 7:13
      2. Venus: 8:08
      3. Merkur: 3:51
      4. Jupiter: 7:51
      5. Saturn: 9:56
      6. Uranus: 5:40
      7. Neptun: 7:04


      2.) Gardiner / Philharmonia Orchestra (DG, 1995, DDD)
      Anfang 2009 fiel mir die Gardiner-DG-CD in die Hände, die ich mir wegen der Empfehlungen zulegte. Bei einem "Spitzen-Planeten-Mitglied", der zuletzt 40 verschiedene Aufnahmen der Planeten hatte, steht diese Gardiner-Aufnahme auf seinen ersten drei Plätzen --- da muß etwas dran sein.
      :hello Das dies auch Armins Lieblingsaufnahme ist, kann ich nachvollziehen !

      John Eliot Gardiner, den ich immer eher mit Bach, Monteverdi, Gluck und Beethoven in HIP in Zusammenhang gebracht habe und daher auch keine weiteren CD´s mit ihm habe, hätte ich so eine großvolumige Interpretation niemals zugetraut. Weit gefehlt - hier mit dem Philharmonia Orchestra London bietet er eine der klangbesten Aufnahmen, die bei auftrumpfenden Passagen genau so kraftvoll spannend und emotional ist, wie präzise und feinsinnig in den ruhigeren Abschnitten.
      Er bietet einen der längsten Mars-Sätze und kostet die kriegerischen Elemente in über 8Miniten kunstvoll und begeisterungswürdig aus; wunderbar feinsinnig mit fabelhaften Orchesterfarben die Venus undSaturn; spannend Mercury und Jupiter und mit kraftvollen Pauken den besten Uranus, den man sich vorstellen kann, abschließend nicht zu schnell heruntergerasselt den Neptun in angemessensten 8:11.

      Auf der CD steht 4D --- auf Dolby Surround-Anlagen entwickelt diese CD allerbeste natürliche Räumlichkeit. (Das ist warscheinlich die beste DG-CD, die ich jemals in den Fingern hatte.)

      OT:
      Auf der CD befindet sich Percy Graingers bekanntestes Werk - The Warriors.
      J.E.Gardiner hat famliere Affinitäten zu diesem australischen Komponisten, die er eigennützig und fulminant zum Ausdruck bringt. Ich habe The Warriors bereits mit Rattle (EMI). Aber was Gardiner im Gegensatz zu Rattle hier auf die Beine stellt, wirkt bei Rattle mehr wie Kapellmeistermusik. Mir war das Werk bisher auf der Rattle-Grainger-EMI-CD gar nicht so herausragend aufgefallen.
      Alleine schon wegen The Warriors lohnt der Kauf dieser fabelhaften DG-Gardiner-CD ! Und dann noch diese Wahnsinns-Planeten ....


      3.) Handley / Royal PO (RPO, 1993, DDD
      Die Aufnahme aus der audiophilen RPO-Serie in 32Bit-Auflösung mit
      Vernon Handley / Royal Philharmonic Orchestra kaufte ich eher zufälli wegen der giten Erfahrungen aus der RPO-Serie. Was man hier auch klangtechnisch zu hören bekommt und wie insbesondere der Satz Jupiter und der von mir hochgeschätzte Satz Uranus pathetisch aufgeladen wird und das bei höchster Präzision, das hat was ganz besonderes. Ist das die beste Aufnahme ? Klangtechnisch ist sie es allerdings, sogar die Decca-Aufnahme mit Solti übertreffend. Einzig der letzte Satz Neptun mit Frauenchor ist mit knapp über 6Minuten schneller als die 3anderen Aufnahmen und breitet deshalb nicht die geheimnisvolle Klangwelt aus, die Karajan mit den Berliner PH in über 8Minuten zaubert.
      Auch hier noch nicht aufgeführt die Spielzeiten:
      1. Mars: 7:31
      2. Venus: 8:43
      3. Merkur: 4:00
      4. Jupiter: 8:01
      5. Saturn: 8:47
      6. Uranus: 5:48
      7. Neptun: 6:49


      4.) Karajan / Berliner PH (DG, 1982, DDD)
      Karajan´s Aufnahme mochte ich immer schon und da hat sich nichts dran geändert; der Klangzauber den diese DG-Produktion ausbreitet ist wunderbar. Er ist einer der wenigen, die auch den letzten Satz NEPTUN nicht überhasten, sondern das Werk beseelt und angemessen enden lassen.
      Durch den späteren Kauf von Handley, Metha und zuletzt Gardiner wurde er etwas weiter nach unten gereicht.


      5.) Solti / London SO (Decca, ADD)
      Als Solti-Fan habe ich diese aufnahme natürlich auch irgendwann angeschafft; aber meine vollsten Erwrtungen erfüllte diese nicht.
      Solti bietet zumindest eine geringfügig bessere Decca-Klangqualität als der DG-Sound mit Karajan. Aber wenn man beide Aufnahmen vergleicht, so hört man bei Karajan einige Stellen, die bei Solti nicht so durchhörbar sind und umgekehrt bei Solti Einzelheiten die bei der Karajan – Aufnahme untergehen. Vielleicht wäre das ganze in Chicago noch besser gelungen.
      Ganz extem ungewohnt ist bei Solti der Anfang von Uranus – hier hören sich die vier Paukenschläge so an als wäre es Einer; die müssen sauber einzeln Durchhörbar sein. Die Sätze der Planeten in der mehr Feuer angesagt ist (Mars, Jupiter und Uranus) werden insgesamt von
      Solti mit dem gebotenen Engagement präsentiert, das es eine Freude ist. Es gibt wohl nur wenige Aufnahme mit so einer überrumpelnden Kriegsmaschinerie für den Mars – toll.
      Die Solti-Spielzeiten:
      1. Mars: 6:39
      2. Venus: 8:20
      3. Merkur: 3:48
      4. Jupiter: 7:15
      5. Saturn: 9:48
      6. Uranus: 5:32
      7. Neptun: 7:56


      Wenn ich Jürgen im letzten Beitrag richtig verstehe, steht diese auf seiner abschussliste ??? Warum ? Ich habe nur am Uranus etwas auszusetzen.
      Solti liefert wie erwartet ein Decca-Spitzenprodukt ab, das insbesondere bei den Allegro-Sätzen punktet und auch eine wunderschöne Durchhörbarkeit bietet – man wird den Mars selten besser hören; vielleicht bei Matha und Gardiner noch !
      Vielleicht wäre die Aufnahme mit dem Chicago SO noch besser geworden ?


      6.) Bernstein / New Yorker PH (SONY, ADD)
      Hier habe ich durch den CD-kauf vor einb paar jahren alte Erinnerungen aufgefrischt, denn das war damals meine LP-Aufnahme der Planeten, die mich jahrelang zufrieden begleitet hatte. Auf CD klingt die CBS-Aufnahme sehr natürlich, sauber durchhörbar ohne das auch nur ein Detail verloren geht. Bernstein liefert eine Aufnahme ab an der man gar nichts aussetzen kann, ohne jegliche Extras und Exsesse.
      Bei der Bernstein-Aufnahme ist alles vorhanden was man sich wünscht, da fehlt nichts, da geht nichts unter. Man könnte nach wie vor nur mit dieser Aufnahme zufrieden sein, aber letztendlich gebe ich hier doch den anderen drei Aufnahmen den Vorzug, da diese noch emotionsgeladener sind und klangtechnisch ebenfalls mehr hergeben.



      PS:
      Die Swetlanow-Aufnahme habe ich mir übrigens bisher verkniffen, da sie sehr schlechte Kritik hatte und von den gewohnten Spitzenaufnahmen total abweichen soll.
      Ich habe bisher den Eindruck gewonnen, das Swetlanow bei nichtrussischen-Werken immer etwas fremd klingt.
      Wenn ich da an die so toll empfohlene triologioe sinfonischer Dichtungen von Respighi denke, dann fehlt da bei ihm doch eine Menge Präzision und Durchhörbarkeit. Zwar sind bei Feste Romane unheimlich packende Stellen dabei, aber Aufnahmen mit Dutoit(Decca), Lopez-Cobos(Telarc), Muti (EMI,jetzt Brillant) und (außer den Festen) Reiner (RCA) sind mir in diesem Falle alle lieber als Swety !
      Bei der von mir gekauften Sheherazade mit Swetlanow, liegt er wieder ganz auf der TOP-Line --- es ist ja auch ein russisches Orchesterwerk.
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • RE: Planeten mit Steinberg

      Hallo Armin und Jürgen,

      ich habe Steinberg / Boston SO (DG, 1970, ADD) auch heute erhalten.
      Ich bin zunächst ebenfalls von dieser Aufnahme und dem hervorragend disponierten Boston SO absolut fastziniert. Ich bin derzeit noch nicht soweit sie in meine genannten Aufnahmen einzusortieren.
      :beer Aber soviel ist klar, das sie in die oberste Riege gehört (im Niveau der Besten) !

      Die von Armin gemachte Aussage, das Steinberg noch nichts von John Williams Starwars-Gedöns gewust hat und sich dadurch kein Vorbild in diese Richtung ergeben hat, möchte ich hiermit bekräftigen.
      Die Steinberg-Interpretation wirkt vollkommen eigenständig, ist fabelhaft durchdacht und interpretiert; hervorragende Blechbläser, prägnante Pauken; zupackendes Orchester.
      Was will man mehr ?


      William Steinberg ist übrigens deutscher Auswanderer (1. 8. 1899 Köln–16. 5. 1978 New York City) und heißt gebürtig eigtl. Hans Wilhelm Steinberg.
      Steinberg emigrierte durch die Judenverfolgung 1936 in die USA und machte dort Dirigentenkarriere:
      1936–1938 Chefdirigent des Palestine Symphony Orchestra
      1945–1952 Chefdirigent des Buffalo Philharmonic Orchestra
      1952–1976 Chefdirigent des Pittsburgh Symphony Orchestra
      1958–1960 Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra
      1969–1972 Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra




      :thanks OT: Gleiches gilt auch für R.Staruss: Also Sprach Zarathustra
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hallo allerseits,
      die Planeten waren das erste klassische Musikstück, dass mich dazu brachte, mir eine Klassik-CD zu kaufen – so vor ungefähr 25 Jahren… Ich hatte den „Mars“ in der ARD-Astro-Show (mit Horst Buchholz und Elisabeth Tessier, die älteren unter uns werden sich mit Grausen erinnern…) gehört und war „hin und weg“.
      Ohne mich groß zu informieren, kaufte ich mir damals die Einspielung von Karajan mit den Berlinern auf DG – und war begeistert.
      Wesentlich später entdeckte ich dann meine Liebe für die klassische Musik allgemein. Irgendwann erinnerte ich mich auch wieder an die Planeten und begann, verschiedene Einspielungen zu sammeln. Daraus wurde ein kleiner Spleen… heute besitze ich 38 verschiedene Einspielungen, die letzte habe ich mir vor 10 Minuten gekauft…
      Meine Einspielungen im einzelnen:
      Karajan BPO DG
      Mehta LAPO Decca
      Maazel ON de France Sony
      Previn RPO Telarc
      Slatkin Philharmonia Orch. RCA
      Bernstein NYPO Sony
      Lloyd-Jones Royal Scottish NO Naxos
      Haitink LPO Philips
      Steinberg Boston SO DG
      Ormandy Philadelphia Orch. RCA
      Rattle Birmingham SO EMI
      Karajan WPO Decca
      Mackeras Royal Liverpool PO Virgo
      Gardiner Philharmonia Orch. DG
      Dutoit SO de Montreal Decca
      A.Davis BBC SO Apex
      C.Davis BPO Philips
      Groves Royal PO Cirrus
      Solti LPO Decca
      Boult LPO EMI
      Levi Atlanta SO Telarc
      Handley Royal PO Allegria
      Leaper Gran Canaria PO Arte Nova
      Levine Chicago SO DG
      Stokowski LAPO EMI
      Marriner Royal Concertgebouw Philips
      Hughes RPO Apex
      Hickox LSO Regis
      Ozawa Boston SO Philips
      Simon LSO Laserlight
      Serrebrier Melbourne SO
      Norrington RSO Stuttgart Hänssler
      Susskind St. Louis SO
      Svetlanov Philharmonia Orchestra Collins
      Rattle BPO EMI
      Goodman New Queenshal Orch. Carlton
      Judd Royal Philharm. Orch. Denon
      Elder Halle Orchestra Hyperion

      Unter diesen vielen Einspielungen sind erfreulicherweise sehr viele sehr gute, darunter übrigens auch sehr preisgünstige. Meine Lieblingsaufnahme ist aber immer noch meine erste. Für den Klangästheten Karajan (ich bin übrigens kein Fan von ihm) sind diese Suiten einfach ein Paradestück, wo er seinen Sinn für Klangfarben, Dynamik und orchestralen „Schönklang“ voll ausleben kann. Ich finde seine Berliner Aufnahme auch besser als die mit den Wienern aus den 60ern, obwohl manche das genau andersherum sehen. Dass dem Mars in dieser Aufnahme die Power fehlen soll, wie Armin70 schreibt, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen: Ich liebe die Aufnahme gerade auch für den Mars, der meines Erachtens sehr wuchtig, dramatisch und aggressiv, ja düster gespielt wird – gerade so, wie man sich einen Kriegsgott vorstellt. In einem anderen Forum wurde der Karajan-Aufnahme vorgeworfen, gerade im Mars unsauber zu sein (manche Einsätze der Blechbläser, soweit ich mich erinnere). Das mag sein, mein Gehör ist für diese Feinheiten vielleicht nicht geschult genug – aber auch das würde ja für einen rauhen, ungeschliffenen – und damit adäquat gespielten – Kriegsgott sprechen. Wie gesagt, die Aufnahme bleibt mein Favorit.
      Ansonsten kann ich voll und ganz zustimmen, was über die Gardiner-Aufnahme gesagt wurde: Was Tempi. Präzision, Orchesterleistung und Klangqualität angeht, ist diese Aufnahme „objektiv“ betrachtet vielleicht die Referenz-Aufnahme – bei mir ist sie die Nr.2. Dahinter folgt dann Dutoits Aufnahme mit dem Montreal-SO – ebenfalls grandios.
      Bei der Anzahl meiner Aufnahmen kann ich mich natürlich nicht an jede auswendig erinnern, ich versuche trotzdem mal, meine Top-12 aufzu-stellen, ungefähr auch in dieser Reihenfolge:

      Karajan BPO
      Gardiner Philharmonia Orch.
      Dutoit SO de Montreal
      Mackeras Royal Liverpool PO
      Mehta LAPO
      Previn RPO
      Steinberg Boston SO
      Bernstein NYPO
      Karajan WPO
      Groves Royal PO
      Handley Royal PO
      Judd Royal Philharm. Orchestra

      Aber wie gesagt – erfreulicherweise sind sehr viele meiner Aufnahmen auch wirklich sehr gut. Als enttäuschend habe ich eigentlich nur Leaper, Marriner, Svetlanov (relativ, da hatte ich halt mehr erwartet, Rattle (Birmingham) und C.Davis in Erinnerung. Das aber unter dem Vorbehalt meines Gedächtnisses… :W
      Die Aufnahmen von Metha, Mackerras, Steinberg, Karajan (WPO), Groves und Handley aus meinen Top-12 sind übrigens allesamt sehr preisgünstig zu bekommen!
      Insgesamt bleibt das Werk jedenfalls eines meiner liebsten, und mit Järvis Aufnahme mit dem Cincinnati SO gibt es auch eine sehr aktuelle, die u.a. schon auf meiner Liste steht…