Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

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    • Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Liebe Freunde und Freundinnen,
      Ärgert es euch nicht auch so sehr wie mich, dass wenn ihr euch wieder eine CD gekauft habt mit einem noch lebenden Interpreten, dass er oder sie nicht dass Niveau der alten, legendären Interpreten erreicht. Aus Erfahrung greife ich heute immer häufiger zu EInspielungen aus den 30er, 40er oder 50er Jahren.

      Ich bin der Überzeugung, dass Interpreten der genannten Jahrzehnte lebendiger und vor allem individueller gespielt haben und deshalb die grösseren Künstler waren.

      Woran mag das liegen:

      Liegt es vielleicht daran, dass heute das grosse Publikum fehlt, (viele Konzertsälle sind halbleer) , dass die Musiker zu Spitzenleistungen motivieren würde? Früher wurden die Künstler (z.B Jascha heifetz)
      verehrt und umjubelt, heute werden Pfeifen wie Lang Lang zu Stars oder Superstars hochgejubelt, die sie in Wirklichkeit nicht sind.

      Oder liegt es an der Ausbildung der heutigen Musiker, die vor allem Wert auf manuelle Perfektion legt und den individuellen Ausdruck ein wenig vernachlässigt?

      teilt ihr meine Ansicht? wenn ja, warum? oder nicht, gerne, aber dann begründet es doch bitte. fallen euch noch Gründe ein?

      Mit freundlichen Grüßen
      Andreas
    • Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Liebe Freunde und Freundinnen,
      Ärgert es euch nicht auch so sehr wie mich, dass wenn ihr euch wieder eine CD gekauft habt mit einem noch lebenden Interpreten, dass er oder sie nicht dass Niveau der alten, legendären Interpreten erreicht. Aus Erfahrung greife ich heute immer häufiger zu EInspielungen aus den 30er, 40er oder 50er Jahren.

      Ich bin der Überzeugung, dass Interpreten der genannten Jahrzehnte lebendiger und vor allem individueller gespielt haben und deshalb die grösseren Künstler waren.

      Woran mag das liegen:

      Liegt es vielleicht daran, dass heute das grosse Publikum fehlt, (viele Konzertsälle sind halbleer) , dass die Musiker zu Spitzenleistungen motivieren würde? Früher wurden die Künstler (z.B Jascha heifetz)
      verehrt und umjubelt, heute werden Pfeifen wie Lang Lang zu Stars oder Superstars hochgejubelt, die sie in Wirklichkeit nicht sind.

      Oder liegt es an der Ausbildung der heutigen Musiker, die vor allem Wert auf manuelle Perfektion legt und den individuellen Ausdruck ein wenig vernachlässigt?

      teilt ihr meine Ansicht? wenn ja, warum? oder nicht, gerne, aber dann begründet es doch bitte. fallen euch noch Gründe ein?

      Mit freundlichen Grüßen
      Andreas
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Ich meine, dass es heute mehr gute Instrumentalisten als früher gibt, dass aber die Anzahl der wahren großen Musiker gleich geblieben ist. Wirklich große Musiker gibt es nun einmal in jeder Generation wenige.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Ich meine, dass es heute mehr gute Instrumentalisten als früher gibt, dass aber die Anzahl der wahren großen Musiker gleich geblieben ist. Wirklich große Musiker gibt es nun einmal in jeder Generation wenige.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Original von ab
      Ich meine, dass es heute mehr gute Instrumentalisten als früher gibt, dass aber die Anzahl der wahren großen Musiker gleich geblieben ist. Wirklich große Musiker gibt es nun einmal in jeder Generation wenige.


      @ab,

      da schließe ich mich Dir an!
      Das Niveau der Ausblidung ermöglicht es heute das nahezu alle Talente die Möglichkeit haben zu großen Instrumentalisten zu reifen.

      Die Technik hat man heute einfach. Daher zielt bei den meisten Pädagogen wie z.B. Bashkirov der "Feinschliff" eher auf den Ausdruck.

      Pianisten Cellisten und Geiger!

      Es gibt wirklich zahlreiche, die Beachtung verdienenen. Wahrscheinlich sogar mehr als der Tonträgermarkt "verkraften" kann.

      Um so verwunderlicher manchmal, daß manche einen Vertrag bekommen und andere "leer" ausgehen! Aber so ist das manchmal .......... :I
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Original von ab
      Ich meine, dass es heute mehr gute Instrumentalisten als früher gibt, dass aber die Anzahl der wahren großen Musiker gleich geblieben ist. Wirklich große Musiker gibt es nun einmal in jeder Generation wenige.


      @ab,

      da schließe ich mich Dir an!
      Das Niveau der Ausblidung ermöglicht es heute das nahezu alle Talente die Möglichkeit haben zu großen Instrumentalisten zu reifen.

      Die Technik hat man heute einfach. Daher zielt bei den meisten Pädagogen wie z.B. Bashkirov der "Feinschliff" eher auf den Ausdruck.

      Pianisten Cellisten und Geiger!

      Es gibt wirklich zahlreiche, die Beachtung verdienenen. Wahrscheinlich sogar mehr als der Tonträgermarkt "verkraften" kann.

      Um so verwunderlicher manchmal, daß manche einen Vertrag bekommen und andere "leer" ausgehen! Aber so ist das manchmal .......... :I
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Original von andreas
      Aus Erfahrung greife ich heute immer häufiger zu EInspielungen aus den 30er, 40er oder 50er Jahren.

      Ich bin der Überzeugung, dass Interpreten der genannten Jahrzehnte lebendiger und vor allem individueller gespielt haben und deshalb die grösseren Künstler waren.


      Vor allem hatten dies Künstler den wesentlichen Vorteil, daß erst zu ihrer Zeit Musik in Form von Tonträgern bzw. Radioübertragungen möglich war.

      Alles DANACH wird unweigerlich mit diesen Aufnahmen verglichen!

      Beispiele gefällig?

      Jede Sibelius Aufnahme mit Heifetz
      Schostakowitsch mit Oistrach
      Khachaturian mit Kogan

      Dazu kommt noch das vielen dieser Musiker Werke gewidmet wurde!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Original von andreas
      Aus Erfahrung greife ich heute immer häufiger zu EInspielungen aus den 30er, 40er oder 50er Jahren.

      Ich bin der Überzeugung, dass Interpreten der genannten Jahrzehnte lebendiger und vor allem individueller gespielt haben und deshalb die grösseren Künstler waren.


      Vor allem hatten dies Künstler den wesentlichen Vorteil, daß erst zu ihrer Zeit Musik in Form von Tonträgern bzw. Radioübertragungen möglich war.

      Alles DANACH wird unweigerlich mit diesen Aufnahmen verglichen!

      Beispiele gefällig?

      Jede Sibelius Aufnahme mit Heifetz
      Schostakowitsch mit Oistrach
      Khachaturian mit Kogan

      Dazu kommt noch das vielen dieser Musiker Werke gewidmet wurde!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • hallo,

      ich bin der meinung, dass unbewusst auch eine heroisierung damaliger künstler sich im kopf festsetzt. die künstler leben nicht mehr. man weiß, dass man sie nie wird live erleben können. die aufnahmen kommen einem vor, wie aus dem jenseits.

      außerdem wird man sie mit der modernen aufnahmetechnik niemals hören können, welche gnadenlos selbst minutiöse defizite aufdeckt. die lebenden künstler sind gezwungen, ihre interpretationen makellos zu gestalten. da diese interpretationen so perfekt klingen und z.b. die spezifischen obertöne der mono-aufnahmen fehlen, muten sie einem nicht individualistisch an.

      umso erstaunlicher sind die interpretationen moderner künstler wie ivo pogorelich und boris berezovsky oder valery afanassiev, welche einen eigenen weg verfolgen. ihre interpretationen setzen sich von den übrigen deutlich ab ! daher konstatiere ich, es gibt heute nicht weniger individualisten als früher !

      gruß, siamak :)
    • hallo,

      ich bin der meinung, dass unbewusst auch eine heroisierung damaliger künstler sich im kopf festsetzt. die künstler leben nicht mehr. man weiß, dass man sie nie wird live erleben können. die aufnahmen kommen einem vor, wie aus dem jenseits.

      außerdem wird man sie mit der modernen aufnahmetechnik niemals hören können, welche gnadenlos selbst minutiöse defizite aufdeckt. die lebenden künstler sind gezwungen, ihre interpretationen makellos zu gestalten. da diese interpretationen so perfekt klingen und z.b. die spezifischen obertöne der mono-aufnahmen fehlen, muten sie einem nicht individualistisch an.

      umso erstaunlicher sind die interpretationen moderner künstler wie ivo pogorelich und boris berezovsky oder valery afanassiev, welche einen eigenen weg verfolgen. ihre interpretationen setzen sich von den übrigen deutlich ab ! daher konstatiere ich, es gibt heute nicht weniger individualisten als früher !

      gruß, siamak :)
    • @Siamak,

      diese Heroisierung findet aber nicht nur durch uns Muskliebhaber statt, sondern wird auch durch die heute aktiven Musiker "betrieben".

      So nennen z.B. zahlreiche Geiger David Oistrach als ihr großes Vorbild.

      Ein Beispiel ist dabei sicher Julia Fischer, die dies im Booklet ihrer ersten CD Veröffentlichung selber schrieb.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • @Siamak,

      diese Heroisierung findet aber nicht nur durch uns Muskliebhaber statt, sondern wird auch durch die heute aktiven Musiker "betrieben".

      So nennen z.B. zahlreiche Geiger David Oistrach als ihr großes Vorbild.

      Ein Beispiel ist dabei sicher Julia Fischer, die dies im Booklet ihrer ersten CD Veröffentlichung selber schrieb.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von AcomA
      hallo,

      ich bin der meinung, dass unbewusst auch eine heroisierung damaliger künstler sich im kopf festsetzt. die künstler leben nicht mehr. man weiß, dass man sie nie wird live erleben können. die aufnahmen kommen einem vor, wie aus dem jenseits.

      außerdem wird man sie mit der modernen aufnahmetechnik niemals hören können, welche gnadenlos selbst minutiöse defizite aufdeckt. die lebenden künstler sind gezwungen, ihre interpretationen makellos zu gestalten. da diese interpretationen so perfekt klingen und z.b. die spezifischen obertöne der mono-aufnahmen fehlen, muten sie einem nicht individualistisch an.


      Klassisches Beispiel ist für mich hier auch die Aufnahme des Schumann Klavierkonzerts mit D. Lipatti.
      IMO ist die Klangqualität der Aufnahme so schlecht, daß man seine Lesitung alleine vom Tonträger her überhaupt gar nicht bewerten kann.

      Die Heroisierung dieser Aufnahme beruht hier wohl mehr auf die Berichte verschiedener Zeitzeugen als auf hörbare Fakten.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von AcomA
      hallo,

      ich bin der meinung, dass unbewusst auch eine heroisierung damaliger künstler sich im kopf festsetzt. die künstler leben nicht mehr. man weiß, dass man sie nie wird live erleben können. die aufnahmen kommen einem vor, wie aus dem jenseits.

      außerdem wird man sie mit der modernen aufnahmetechnik niemals hören können, welche gnadenlos selbst minutiöse defizite aufdeckt. die lebenden künstler sind gezwungen, ihre interpretationen makellos zu gestalten. da diese interpretationen so perfekt klingen und z.b. die spezifischen obertöne der mono-aufnahmen fehlen, muten sie einem nicht individualistisch an.


      Klassisches Beispiel ist für mich hier auch die Aufnahme des Schumann Klavierkonzerts mit D. Lipatti.
      IMO ist die Klangqualität der Aufnahme so schlecht, daß man seine Lesitung alleine vom Tonträger her überhaupt gar nicht bewerten kann.

      Die Heroisierung dieser Aufnahme beruht hier wohl mehr auf die Berichte verschiedener Zeitzeugen als auf hörbare Fakten.
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      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Original von andreas
      Früher wurden die Künstler (z.B Jascha heifetz)
      verehrt und umjubelt, heute werden Pfeifen wie Lang Lang zu Stars oder Superstars hochgejubelt, die sie in Wirklichkeit nicht sind.


      Diese Aussage ist IMO inhaltlich falsch!

      Lang Lang ist einer der Superstars der Klassik-Szene.
      Seine Aufnahmen verkaufen sich gut, die Konzerte sind sehr gut besucht.

      Es bleibt jedoch die Frage, die jeder für sich beantworten mag oder nicht, ob er ein großer Künstler / Pianist ist.

      R
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Künstler heute und Künstler früher- Wer überzeugt uns mehr?

      Original von andreas
      Früher wurden die Künstler (z.B Jascha heifetz)
      verehrt und umjubelt, heute werden Pfeifen wie Lang Lang zu Stars oder Superstars hochgejubelt, die sie in Wirklichkeit nicht sind.


      Diese Aussage ist IMO inhaltlich falsch!

      Lang Lang ist einer der Superstars der Klassik-Szene.
      Seine Aufnahmen verkaufen sich gut, die Konzerte sind sehr gut besucht.

      Es bleibt jedoch die Frage, die jeder für sich beantworten mag oder nicht, ob er ein großer Künstler / Pianist ist.

      R
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Janina
      Trotzdem, es ist schon richtig, dass heutzutage sehr viel Wert auf die technische Perfektion gelegt wird. Und da frage ich mich schon, ob die Ausstrahlung der Callas auch heuzutage ihre stimmlichen Schwächen überdecken könnte...


      BRAVA!
      Und noch vielmehr bei den Herren Pavarotti, Domingo und last and least Carreras! Man höre sich einmal an
      a) wie diese drei Trotteln gemeinsam versuchen, bei O Sole Mio einen Triller zu singen, das zieht einem echt die Schuhe samt den Hühneraugen aus
      b) wie die englisch singen! (Mämm-orriiiiiih, wott ä saundä fromä dä päivämänt......)

      Und dann haben die noch Allüren ohne Ende (Pavarotti etwa liess sich in den letzten Opernproduktionen nur noch auf einem Fahrbaren Podest an die jeweiligen Positionen schieben, gesungen hat er in den Proben eh nicht mehr). Oder Jessie Norman als besonders übles Beispiel (eine Carmen, die jeden Mann einfach nur unter sich zerquetschen würde). Sie hat für den Dirigenten einen Anwalt dabei, der ihm einen 50-seitigen Vertrag unter die Nase hält, der unte anderem besagt, dass Jessie Norman nicht angesprochen werden darf (na dann probt mal schön...).
      Wohlgemerkt, mir geht es darum, dass Leute diese Allüren haben, die ganz sicher nicht aufgrund ihrer technischen Leistung solche haben dürften. Und einem Lang Lang wirft man nun vor, dass er gepuscht wird. Aber immerhin hat er eine Technik, die sich sehen lassen kann. Es ist halt heute so, dass das Marketing viel schneller und professioneller greift als früher, wo die Branche noch etwas familiärer war. Schaut euch die heutigen Tennisspieler an! Da gibt es halt ewige Grundlinienduelle, die erst mal stinklangweilig sind (oder dann speziell getrimmte Serve and Volley Spieler, die immer gleich ans Netz rennen). Natürlich war früherdas Spiel interessanter, als Borg noch mit dem Holzschläger ankam oder Yannik Noah für alle den Affen gemacht hat. Aber technisch sind die Spieler heute sicher solider, und sie sind eben von Anfang an in eine unglaubliche Marketing-Maschine eingebunden. Das ist Zeitgeist. Man hat andere Verträge, mehr finanzielles Risiko, zu viel Konkurrenz.
      Rachmaninov hat schon Recht, wenn er sagt, dass wir letztlich nicht darüber diskutieren müssen, werhier Superstar ist und wer nicht. Nur die künstlerische Leistung müssen wir bewerten, und daswird uns halt manchmal schwer gemacht in diesem Vermarktungsdschungel. Darüber zu diskutieren ist unsere Aufgabe hier.

      Satie
      Doch, man soll Birnen von der Ulme verlangen! - Octavio Paz
    • Original von Janina
      Trotzdem, es ist schon richtig, dass heutzutage sehr viel Wert auf die technische Perfektion gelegt wird. Und da frage ich mich schon, ob die Ausstrahlung der Callas auch heuzutage ihre stimmlichen Schwächen überdecken könnte...


      BRAVA!
      Und noch vielmehr bei den Herren Pavarotti, Domingo und last and least Carreras! Man höre sich einmal an
      a) wie diese drei Trotteln gemeinsam versuchen, bei O Sole Mio einen Triller zu singen, das zieht einem echt die Schuhe samt den Hühneraugen aus
      b) wie die englisch singen! (Mämm-orriiiiiih, wott ä saundä fromä dä päivämänt......)

      Und dann haben die noch Allüren ohne Ende (Pavarotti etwa liess sich in den letzten Opernproduktionen nur noch auf einem Fahrbaren Podest an die jeweiligen Positionen schieben, gesungen hat er in den Proben eh nicht mehr). Oder Jessie Norman als besonders übles Beispiel (eine Carmen, die jeden Mann einfach nur unter sich zerquetschen würde). Sie hat für den Dirigenten einen Anwalt dabei, der ihm einen 50-seitigen Vertrag unter die Nase hält, der unte anderem besagt, dass Jessie Norman nicht angesprochen werden darf (na dann probt mal schön...).
      Wohlgemerkt, mir geht es darum, dass Leute diese Allüren haben, die ganz sicher nicht aufgrund ihrer technischen Leistung solche haben dürften. Und einem Lang Lang wirft man nun vor, dass er gepuscht wird. Aber immerhin hat er eine Technik, die sich sehen lassen kann. Es ist halt heute so, dass das Marketing viel schneller und professioneller greift als früher, wo die Branche noch etwas familiärer war. Schaut euch die heutigen Tennisspieler an! Da gibt es halt ewige Grundlinienduelle, die erst mal stinklangweilig sind (oder dann speziell getrimmte Serve and Volley Spieler, die immer gleich ans Netz rennen). Natürlich war früherdas Spiel interessanter, als Borg noch mit dem Holzschläger ankam oder Yannik Noah für alle den Affen gemacht hat. Aber technisch sind die Spieler heute sicher solider, und sie sind eben von Anfang an in eine unglaubliche Marketing-Maschine eingebunden. Das ist Zeitgeist. Man hat andere Verträge, mehr finanzielles Risiko, zu viel Konkurrenz.
      Rachmaninov hat schon Recht, wenn er sagt, dass wir letztlich nicht darüber diskutieren müssen, werhier Superstar ist und wer nicht. Nur die künstlerische Leistung müssen wir bewerten, und daswird uns halt manchmal schwer gemacht in diesem Vermarktungsdschungel. Darüber zu diskutieren ist unsere Aufgabe hier.

      Satie
      Doch, man soll Birnen von der Ulme verlangen! - Octavio Paz