Was höre ich gerade jetzt - neben der Klassik

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    • Tony Scott/Bill Evan : A Day in New York AD: 16.11.1957 , NYC

      Tony Scott (Klarinette,Baritonsax) - Bill Evas (Klavier) - Milt Hinton (Bass,1, 3-7,9,12) - Henry Grimes (Bass, 2,8,10,11) - Paul Motian (Drums) & Clark Terry (Trompete/Flügelhorn,9) - Jimmy Knepper (Posaune, 1,3,6-10) - Sahib Shihab (Baritonsax, 2,5,8,11)

      Heute nun die zweite CD der Session aus New York mit dem hervorragenden Tony Scott und dem nicht minder hervorragenden Bill Evans. Schon das Eröffnungsstück lässt erahnen, was bald im Jazz passieren wird, nämlich die Freiheit in der Musik. Weite Teile des Stücks "I can't get Started" wird unbegleitet gespielt, aber noch sind wir im tonalen Bereich. Jimmy Knepper, der immer wieder gerne unterschätzt wurde, gehörte damals zu jenen Musikern, die aus der Tradition der Bigbands heraus sich zu einem sehr modernen Musiker weiterentwickelt hat, der vor allem eine wichtige Rolle bei Charles Mingus einnehmen wird.

      Die zwete Seite wird vor allem von den Stücken Tony Scotts dominiert. Acht Stücke sind hier davon zu finden.

      Leider ohne Bild.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)


    • Sonny Rollins : Our Man in Jazz AD: 27.-30.07.1962 , NYC

      Don Cherry (Kornett) - Sonny Rollins (Tenorsax) - Bob Cranshaw (Bass) - Billy Higgins (Drums)

      Das dürfte das Modernste sein, was ich mir gerade noch so zumuten konnte. Es ist schon irgendwie witzig, wenn man Stücke wie "Oleo" oder "Doxy" hier hört, so völlig abstrakt gespielt, aber so, dass man sie noch erkennen kann. Unter "schön" verstehe ich etwas Anderes, es entspricht nicht mehr meiner Vorstellung von Melodien spielen, das möchte ich nicht dementieren. Auch Sonny Rollins ist her völlig losgelöst von dem, was ich vorher von ihm kannte.

      Sorry, ich kann darin leider immer nur Fetzen hören, das hat mit "gut" oder "schlecht" nichts zu tun, einfach nur mit einer völlig anderen musikalischen Auffassung. Es ist nicht meine Welt, nicht meine Musik, und wird auch nicht meine Musik werden, nicht heute, nicht morgen und nicht in fünf Jahren. Das ist mal sicher.

      Beeindruckend ist für mich immer wieder der "Anker am Bass", Bob Cranshaw. Er spielt seit dieser Zeit mit Sonny Rollins, und gehört zu den Musikern, die sicher kein großer Solist sind, die aber das, was sie zu spielen haben, exakt so machen, dass die Band zusammenbleibt. Billy Higgins spielt auch recht frei, aber immer noch im Metrum. Die beiden Musiker sind wirklich hervorragend, dass sie hier absolut souverän begleiten, direkt auch agieren, jeder Schlag, jeder Ton, es passt perfekt zusammen.

      Das ist, ob es mir gefällt oder nicht, hervorragend gespielt, auch wenn ich in diesem Leben kein Don Cherry-Fan mehr werde. Wobei ich nicht vergessen möchte zu erwähnen, dass bei so einem risikoreichen Spiel doch immer mal der ein oder andere Kiekser zu hören ist. Ich habe das bei Mlies Davis immer wieder geschrieben, und ich schreibe es auch hier wieder. Trompete spielen ist echt eines der schwersten Instrumente, dafür ist man schnell mit dem Auf-und Abbau fertig.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)


    • Dizzy Gillespie All Star Big Band , Dire. Slide Hampton AD: 04./05.09.2008, Denver

      Eine absolut topp besetzte Bigband, die hier zu Ehren von Dizzy Gillespie spielt. Viele Musiker haben lange mit ihm gespielt, etwa Jimmy Heath James Moody, Slide Hampton, Caudio Roditi, John Lee.....
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
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      Weather Report; Live in Tokyo (Shibuya Philharmonic Hall, 13 Jan. 1972)
      Wayne Shorter (Sopran- und Tenorsaxophon), Joe Zawinul (Klavier, E-Piano), Miroslav Vitous (Kontrabass, E-Bass), Eric Gravatt (Schlagzeug), Dom Um Romano (Perkussion)

      Grossartige Scheibe aus der noch abenteuerlustigen Frühzeit der Jazz-Rock-Fusion. Das ist teilweise sehr ausufernd mit gerade mal 5 Titeln bzw. Medleys in knapp eineinhalb Stunden. Fur Eilige gibt es einen Zusammenschnitt auf der zweiten Seite der LP I Sing the Body Electric.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
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      Weather Report; Live in Tokyo (1984)
      Wayne Shorter (Sopran- und Tenorsaxophon), Joe Zawinul (Tasteninstrumente), Victor Baily (Bassgitarre), Omar Hakim (Schlagzeug), Mino Cinelu (Congas, Perkussion)

      Gleiche Stelle, auf 3 Positionen umbesetztes Team und 12 Jahre später ein stark veränderter Klang - bei den Tasten dominieren die Synthesizer. Zawinul stapelte zu der Zeit 7 Instrumente auf der Bühne. Das Album gehört nicht zur offiziellen Diskographie, ist aber m. E. das Beste das von dieser WR-Besetzung zu bekommen ist. Die Studioalben dieser Zeit gefallen mir weniger, die sind mir zu überproduziert. Mit zig Perkussions-Spuren, unzähligen Schichten von Keyboards und dazu noch Hintergrundgesang ist das regelrecht anstrengend. Live -erzwungenermaßen abgespeckt- ist das einfach nur klasse!
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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      Die Wetterlage aus Japans Hauptstadt zum Dritten:



      Weather Report; Japan Live 78 (Shinjuku Kouseinenkin Hall, Tokyo, 28 Jun. 1978)
      Wayne Shorter (Sopran- und Tenorsaxophon), Joe Zawinul (E-Piano, Synthesizer), Jaco Pastorius (Bassgitarre), Peter Erskine (Schlagzeug)

      Die langelebigste, erfolgreichste und nach Mehrheitsmeinung beste Besetzung, die Zawinul zusammengestellt hat. Dieselbe Besetzung spielte auch das offizielle Live-Album 8:30 ein, das bei mir aber nie so recht zünden wollte. Und auch hier bleibe ich angesichts des Gebotenen relativ gleichmütig. Sicher, Pastorius hat nicht übertrieben, als er sich bei Zawinul mit den Worten "I'm the best electric bass player in the world" zum Vorspielen vorgestellt hat und es ist durchaus beeindruckend, wie er das Instrument regelrecht neu erfindet. Und Erskine am Drumkit ist eine Krake. Diese Rhythmus-Gruppe ist wirklich spektakulär, aber dass die Band besonders tight zusammenspielt, vermag ich nicht zu vernehmen, ebensowenig wie die unbändige Energie, die man ihren Konzerten nachsagte. Die mäßige Klangqualität hilft da nicht weiter.

      Will man außer den drei LP-Seiten (die vierte waren neue Studioaufnahmen) von 8:30 weiteres von Zawinul und Shorter abgesegnetes Livematerial dieses legendären Vierers hören, dann muss man auf den offiziellen Sampler Live and Unreleased ausweichen. Dort ist die Formation mit fünf Titeln vertreten. Diese Doppel-CD nehme ich mir jetzt als nächstes vor. Vielleicht offenbart sich darauf, was Zawinul zu der Aussage bewog: "Weather report is the leader in a field of one."



      Weather Report; Live & Unreleased
      Diverse Besetzungen, Mitschnitte von 1975 - 1983
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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      Trilogue - Live! (Berliner Philharmonie, 6 Nov. 1976)
      Albert Mangelsdorff (Posaune), Jaco Pastorius (Bassgitarre), Alphonse Mouzon (Schlagzeug)

      So unvorstellbar wie diese Besetzung erscheint, so unglaublich gelungen ist das klingende Ergebnis. Da weiß ich gar nicht, wo anfangen mit den Lobeshymnen ... und lasse es deshalb einfach sein. Wer dem Jazz zugeneigt ist und etwas freieres Spiel ertragen kann, muss das gehört haben.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)