Was höre ich gerade jetzt - neben der Klassik

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      Herbie Hancock : My Point of View AD: 19.03.1963 , Englewood Cliffs , New Jersey Van Gelder-Studio

      Donald Byrd (Trompete) - Grachan Moncur III (Posaune) - Hank Mobley (Tenorsax) - Grant Green (Gitarre) - Herbie Hancock (Klavier) - Chuck Israels (Bass) - Tony Williams (Drums)

      Das Album ist seine zweite Einspielung für "Blue Note". Hier hört man eine Mischung aus Hard Bop und Soul Jazz. So ist das Eröffnungsstück der Versuch, den Erfolg von "Watermelon Man" zu wiederholen ("Blind Man, Blind Man"). Hancock hat immerhin am Sound der Musik durch die Hinzunahme von Posaune und Gitarre (bei zwei Stücken nur die Gitarre) verändert.

      Insgesamt lässt sich das Album gut anhören, eine Art "Tiefenwirkung" hat es aber nicht. Ob man es schon unter dem Begriff "Kaufhaus-Musik" einstufen sollte ? Nein, denn dafür ist es dann doch noch besser als das Gedudel im Kaufhaus.

      Kleine Geschichte zu Posaunist Grachan Moncur II (*1937) : Sein Vater, der die "Nummer II" war, spielte Kontrabass in der Band "Savoy Sultan's", die in den späten 1930-er, frühen 1940-er Jahren eine sehr erfolgreiche Combo im berühmten Savoy Ballroom waren. Diese Band hatte einen außergewöhnlichen Drive und Ensembleklang, der so mancher bekannten Band im Savoy sehr zusetzte und einheizte. Moncur III spielte von 1961-1963 in der Begleitband von Ray Charles, also auch während der Einspielungen dieser Platte.

      Dann weiter mit :



      Clifford Brown/Max Roach : At Basin' Street East AD: 16.02.1956 & 04.01.1956 , NY

      Clifford Brown (Trompete) - Sonny Rolins (Tenorsax) - Richie Powell (Klavier) - George Morrow (Bass) - Max Roach (Drums)

      Bei meiner CD sind 13 der 15 Stücke drauf, die damals aufgenommen wurden. Die beiden Stücke sind eigentlich nur ein Stück was fehlt, da ein Take nach wenigen Sekunden wieder abgebrochen wurde ("Love is a Many-Spendored Thing"), daher für mich nicht wirklich wichtig.

      Das Album an sich wurde zu den " 17 Essential Hard Bop Recordings" gezählt, also ein musikhistorischer Meilenstein. Rund sechs Monate später waren Brown und Powell tot.......
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
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      Stan Getz & Chet Baker : Line for Lions AD: 18.02.1983 , Stockholm, Schweden Live

      Chet Baker (Trompete, Gesang) - Stan Getz (Tenorsax) - Jim McNeely (Klavier) - Jirvi George Mraz (Bass) - Victor Lewis (Drums)

      Ein schönes Konzert der beiden "coolen" Giganten. So langsam werde ich auch mit Baker warm. Es hat ja auch lange genug gedauert. Mit Jim McNeely sitzt der heutige Chef der HR_Bigband am Klavier.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
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      Status Quo; Blue for you (1976)

      Es gibt wohl keinen Zweifel mehr, dass sich meine Musikkonsum-Ambitionen mit zunehmendem Alter rasant zurückentwickeln. Quo habe ich mit 14 noch als primitiv verworfen. Heute machen mir diese hart rockenden, immergleichen Boogie-Riffs einfach Spass. Ein paar Feinheiten gibt es durchaus. Wurde bei der ungewöhnlich schnellen Auftaktnummer vorausgeahnt, dass der Punk-Rock in der Luft lag? Sind manche zum Rest des Songs völlig beziehungslosen Intros nicht feiner Humor, gerade weil dann doch wieder ein Allerweltsriff kommt? Ist die längere Schlussnummer mit Tempowechsel eine leichte Verneigung vor dem blühenden Prog-Rock? Egal! Entscheidend ist, dass diese Musik heute in mein Schwarzes tifft und eine erhebende Qualität hat.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
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      Charlie Christian : Minton's Playhouse 1941 (diese Aufnahmen wurden unter diversen Namen und Labels veröffentlicht)

      DAS sind jene legendären Aufnahmen, die der Amateur und Musikfreund Jerry Newman im Mai 1941 aus dem legendären "Minton's Playhouse" mit einem portablen Aufnahmegerät aufgenommen hat. Ihm ist es zu verdanken, dass man quasi direkt und live an der Entstehung des modernen Jazz beteiligt war. Es gibt über die Musiker-Besetzungen diverse Variationen, auch sind nicht alle Takes vollständig.

      Was man aber heraushören kann ist der großartige Gitarrist Charlie Christian, der immer Montags Abends die ganze Nacht durchspielte. Und WIE er spielte !! Er ist hier der absolute Meister, da kommen weder der junge Dizzy Gillespie, noch Thelonious Monk mit. Drummer ist in der Regel Kenny Clarke, der hier bereits seine Breaks auf der Snare Drum und seine "Bombs" auf der Bass Drum spielt. Tenorsax spielen Chu Berry, Don Byas und Kermitt Scott.

      Neben Monk und Bud Powell spielte öfter auch der Pianist Kenny Kersey im Kreise der Musiker mit. Kersey, der kein völlig unbekannter Pianist war, konnte man auch im Laufe der nächsten Jahre immer mal wieder im Bop-Kreis hören. Das galt auch für den Trompeter Joe Guy. der mit Dizzy damals sehr a la Roy Eldridge spielte.

      Bass spielte in der Hausband Nick Fenton. Über ihn ist nur sehr wenig bekannt geworden. Weder Geburtsjahr noch Todesjahr sind wirklich bekannt.

      Natürlich kamen eine Menge erstklassiger Musiker dazu, etwa Ben Webster Coleman Hawkins, Lester Young, Drummer Harold "Doc" West, aber auch Charlie Parker später, der Trompeter Hot Lips Page.....

      Man kann nicht alle Musiker wirklich noch nachverfolgen. Es ist auch unklar, wie viele Abende Jerry Newman noch mitgeschnitten hat, und wenn, ob irgendwo diese Aufnahmen vor sich hin schlummern. Denn wer so ein modernes, teures Gerät kauft, will es auch einsetzen.

      Bei einem Stück scheint mir nicht Kenny Clarke zu spielen, auch wenn der Drummer in einem ähnlichen Stil wie Clarke spielte. Auch kommt der Bass kaum zur Geltung. Daher vermute ich hier einen anderen Abend. Es scheint mir auch ein Altsaxophonist mitzuspielen ("Lips Flips"). Hier ist der Trompeter auch Hot Lips Page, was schon der Titel-Name alleine aussagt.

      Die Stücke basieren auf Standards, wurden aber harmonisch moderner gespielt, etwa mit Durchgangsakkorden. "Swing to Bop" ist eigentlich "Topsy" aus der Basie-Band, was auch mit dem Sound des Tenoristen (es müsste Don Byas sein) hinkommen müsste.

      Bei mir sind nur vier Stücke aus dem "Playhouse" dabei. Ab Titel Nr.6 sind wir im Jahre 1945 bereits angekommen. "Blue'n Boogie", "Hot House", "Groovin' High", "Dizzy Atmosphere" und "All the Things you're" fanden mit Dizzy Gillespie statt.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
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      Marcie schrieb:

      @Cetay

      Jo, ich als immer selbst rumrockender Gitarrist, hatte Quo auch primitiv gefunden und sie als ACDC für arme bezeichnet. Mittlerweile macht mir der Rockboogie einfach hin und wieder Spass.
      Sehr empfehlen kann ich neben dem von Dir gehörten auch noch die Alben: Hello!, On The Level und Quo.

      Ich habe mich diese Nacht mit einer halben Flasche Cognac und zahllosen Dosen Bier (ich Umweltsau!) im Kopf bis zu Piledriver von 1971 zurückgehört und fand Ouo herausragend. Die liegt nochmal zwei Lagen oberhalb des blauen Albums. Ungeschliffener, leidenschaftlicher, sowohl liedschreiberisch als auch klanglich variabler, insgesamt ambitionieter mit längeren Gitarrensoli, mit Perkussionseinlagen, Solopunkten von Honky-Tonk Piano und Mundharmonika, Einsatz von akustischen Gitarren ... das ist gut gemacht, aber bleibt 100% unverwässerte alte Quo.
      Die Scheibe strömt gerade wieder und ist auch ausgenüchtert eine Ohrenweide. :thumbsup:



      Status Quo, Quo (1974)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
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      Heute wäre Dizzy Gillespie 103 Jahre alt geworden. Am 21.10.1917 geboren, ging er den harten Weg durch die kleinen und größeren Bigbands in der Zeit von 1935 bis 1945, ehe er selbst zum Bigband-Leader wurde. Nach Louis Armstrong und vor Miles Davis und Wynton Marsalis, war er vermutlich der größte Botschaft des Jazz, eben mit Louis Armstrong und Duke Ellington zusammen.

      Diese tolle Platte war eine der besten Studio-Einspielungen damals gewesen. Die Bonus Tracks hier haben nichts mit den Aufnahmen zu "For Musicians Only" zu tun.

      Happy Birthday, Dizzy !! Du fehlst uns sehr !!
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)