Was höre ich gerade jetzt - neben der Klassik

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    • Jean Michel Jarre - waiting for Cousteau

      Am 80. Geburtstag Jacques-Yves Cousteaus veröffentlicht und ihm gewidmet.

      edit :
      kein "Abheben", "Abspacen", kein luftiges "Delirium", sondern schwerelos, vorsichtig absichtslos anmutendes Eintauchen in schillernd-fremde Wasserwelten.
      "Ich begleite Bruckner, nicht er mich." - Stanislaw Skrowaczewski

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    • Brad Mehldau
      Suite: April 2020
      (CD, nonesuch, 2020)

      Mehldau schreibt:
      "Suite: April 2020 is a musical snapshot of life the last month in the world in which we've all found ourselves. I've tried to portray on the piano some experiences ans feelings that are both new and common to many of us [...]

      Ein Covid-Album, gewissermaßen.
      In "keeping distance" wird das Abstand-Halten durch thematisch & harmonisch quasi aneinander vorbei spielende Hände dargestellt. Ein seltsam autistisch wirkendes Stück, das aber trotzdem (oder eben darum?) fesselt. Die meiste Zeit ein mehr in sich gekehrtes, fast stilles Album - passend zu diesem Nebelsuppen-Wochenend'. Allein in "family harmony" & "in the kitchen" swingt es ein wenig.
      Mit gut 40min Spielzeit etwas knapp geraten - dafür hat es mich aber auch nur knapp 17 Franken gekostet.
      70 oder 80min nachdenkliche Innenschau würden vielleicht auch irgendwann aufs Gemüt schlagen. So aber erfreut die Scheibe mit wohltuendem Tiefgang, ohne das Sentiment zu streifen.

      Nebenbei sehr lobenswert: außer der CD selbst ist alles plastikfrei. Das Cover aus unbeschichteter Pappe, das Booklet aus etwas stärkerem, farbig bedrucktem Papier.
    • youtube.com/watch?v=p3QG1qNwKlg

      youtube.com/watch?v=hHMYhajNtNg&t=35s

      youtube.com/watch?v=w-5_oT6Ibss&t=4912s

      Ich habe die letzten Tage kaum Musik gehört, aber auch viel über Youtube. Davon diese drei Konzerte der Count Basie-Band aus den Jahren 1965 (mit u.a. dem Drummer Rufus "Speedy" Jones", wohl Basies lautestem Drummer), 1972 (mit Harold Jones an den Drums, der wieder baddienlicher spielte als Rufus Jones) und 1976 (mit Butch Miles am Schlagzeug).

      Die Basie-Band hatte eine relativ konstante Besetzung, aber von 1961-1972 doch immer wieder grundlegende Änderungen vor allem am Schlagzeug, in den Trompeten und bei den Saxophonen, später auch Posaunen. IMMER dabei waren in diesem Zeitraum nur Trompeter Sonny Cohn (ab 1960) und Gitarrist Freddie Green. Sonst wurde jeder Musiker mindestens einmal getauscht
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)


    • Frank Zappa; The Mothers 1970
      Howard Kaylan (Gesang), Mark Volman (Gesang), Frank Zappa (Gitarre, Gesang), Ian Underwood (Altsaxophon, Klavier, Orgel, Gitarre), George Duke (E-Piano, Orgel, Posaune), Jeff Simmons (Bass, Gesang), Aynsley Dunbar (Schlagzeug)

      I werd narrisch! Seit Zappas Tod fördert die Erbengemeinschaft mit einer meist gesunden Mischung aus Geschäftssinn und Qualitätsbewusstsein immer wieder neues Archivmaterial zu Tage. Darunter solche Juwelen wie Little Dots, The Roxy Performances oder Chicago 78. Und nun erschien ein Haufen 'neuer' Stoff mit der kurzlebigen Chunga's Revenge Besetzung mit dem Vokalakrobaten-Duo Kaylan/Volman. Die Tricks und der Harmoniegesang der Beiden liefern erstklassigen Hörgenuss, allerdings übertrieben sie es bald mit allzuviel Dialogen & Klamauk (etwa auf Fillmore East, June 1971). Bei der 1970-Besetzung war das noch ausgewogen, unter anderem zu hören auf der schon in diversen Aufmachungen, aber immer mit grottigem Klang und harten Schnitten auf CD herausgekommenen Rundfunkübertragung aus den Niederlanden (Uddel, VPRO-TV, 18. Juni 1970). Die hat mir schon immer grosse Laune auf mehr von dieser Besetzung gemacht. Jetzt gibt es gleich 4 Scheibchen in einer Box.

      Eine CD enthält Studioaufnahmen. Ich bin immer etwas skeptisch, wenn ich "take 4", "alternate solo", "unedited master" oder "base track" lese, aber hier ist die Skepsis unbegründet. Das ist kein lieblos zusammengestückeltes Füllmaterial, sondern eine vollgültige Platte mit durchdachtem Fluss. Sehr erfreulich. Aber dann kommt es richtig dick. CD 2 enthält das Radio-Konzert aus den Niederlanden - endlich in akzeptabler Klangqualität. Ich ticke aus! CD 3 ist ein 'Hybrid-Konzert'. Zappa ließ während der Tournee bei den Auftritten eine Bandmaschine mitlaufen. Wegen der kurzen Laufzeit und den Bandwechseln sind Mitschnitte nicht vollständig, aber der Hybrid aus zwei Auftritten in den USA rekonstruiert die Titelfolge und verpasst uns die Illusion eines kompletten Konzerts. CD 4 bringt schliesslich querbeet weitere Höhepunkte der Tour, wobei der Schwerpunkt auf ausgedehnten Instrumentalpassagen liegt. Natürlich gibt es Überschneidungen. So bekommen wir King Kong gleich drei mal zu hören. Das kratzt den Zappalogen wenig - im Gegenteil. Der Affe ist ein exzellentes Schaustück, das Raum für lange Soloimprovisationen bietet und jedesmal anders klingt. Da kann ich gar nicht genug davon bekommen.

      Diese Neuerscheinung ist eine echte Bereicherung für das mittlerweile weit über 100 offizielle Veröffentlichungen starke Zappa-Repertoire und für mich ein Quell der Freude. Allein der Schlagzeuger. Ich galube das war der Beste, den Zappa je hatte - und das trotz eines Terry Bozzio, trotz eines Vinnie Colaiuta...
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • Humble Pie; Live at the Whisky A-Go-Go '69
      Steve Marriott (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Peter Frampton (Gitarre, Gesang), Greg Ridley (Bass, Gesang), Jerry Shirley (Schlagzeug)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • Neu



      DUke Ellington : And his Mother called him Bill AD: 1967

      Heute hat/hätte der großartige Komponist, Arrangeur und Pianist Billy Strayhorn (29.11.1915 - 31.05.1967) Geburtstag. Diese Platte wurde damals zu Ehren von ihm eingespielt. Er war kurze Zeit vorher verstorben an Krebs. Es ist vielleicht Ellingtons bestes Album der letzten Jahre überhaupt. Mir persönlich gefallen zumindest die späteren Alben oftmals nicht mehr so gut als Ganzes. Daran schuld dürfte auch die nun öfter wechselnde Besetzung, aber auch die Disziplinlosigkeit der Band gewesen sein. Vor allem waren die Bassisten nicht mehr so wirklich im Ellington-Flair, bzw. technisch toll, aber keine echten "Bandplayer" mehr gewesen. Auch Drummer Rufus Jones, der sich zuvor einen sehr guten Ruf in den Bands von Maynard Ferguson, Lionel Hampton, Woody Herman und Count Basie erarbeitet hatte, konnte niemals an die subtile Spielweise von Sam Woodyard heranreichen.

      Hier auf der Platte spielt mit Steve Little ein Drummer, der nur kurz bei Ellington war. Little spielt beute noch, ich habe zufällig die Tage ein Video mit ihm gesehen. Die meisten Stücke werden zum Glück noch von Sam Woodyard begleitet. Er verabschiedete sich dann leider von der Band. Jones saß dann bis 1973 am Schlagzeug, dann kam Quentin White (1952-2008), den kein Mensch mehr kennt heute. Er verstarb 2008 bereits im Alter von 56 Jahren an Krebs. Noch fünf Tage zuvor waren fünf ehemalige Kollegen der Ellington-Band bei ihm zu Gast. White spielte dann weiter im Orchester. Zunächst unter der Leitung von Mercer Ellington, ab 1996 dann von Paul Ellington.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)