Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2020

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    • Joseph Haydn; Klaviertrios C-Dur, E-Dur, Es-Dur & Es-Dur, Hob. XV:27-30
      Robert Levin (Klavier, Andreas Stein 1780 - Nachbau), Vera Beths (Violine, Stradivarius 1727), Anner Bylsma (Violoncello, Gianfranceso Pressenda 1835)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cetay ()


    • Antonio Vivaldi; Le quattro stagioni, Op. 8, Nos. 1-4
      Elisabeth Blumenstock (Barock-Violine, Andrea Guarneri 1660), Philharmonia Baroque Orchestra, Nicholas McGegan

      Wo McGegan draufsteht, ist HIPste und höchste Qualitat drin. Das quietscht, kratzt und beisst - ganz musikalisch, ohne Hetzjagden und Gestampfe. Wer sich an dem Zylus totgehört hat, wird damit wieder erweckt.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Sehr schön von Richter übrigens auch diese Live-Aufnahme meiner bevorzugten Mozart-Klaviersonate KV 282 Es-Dur.

      Zu Mozart habe ich seit jeher ein ambivalentes Verhältnis - vielleicht aufgrund dieser noblen Distanziertheit, die seine Musik oft ausstrahlt. Als wollte er sich an der Welt nicht die Finger schmutzig machen.

      Aber Richter findet hier eine gute Waage. Nicht so runtergeklingelt, wie man das oft hört, aber auch nicht zu romantisch. Die Melancholie kommt hervor, aber es bleibt trotzdem der Mozart, der die Welt nicht allzu weit in seine Musik vordringen lässt.

      So empfinde das jedenfalls ich.
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    • Gaetano Donizetti: Il campanello di notte

      Don Annibale Pistacchio - Enzo Dara
      Enrico - Angelo Romero
      Serafina - Agnes Baltsa
      Madama Rosa - Bianca Maria Casoni
      Spiridione - Carlo Gaifa

      Wiener Staatsopernchor
      Helmuth Froschauer (Klavier)
      Wiener Symphoniker, Gary Bertini

      Diese Opera buffa über den Apotheker Annibale dessen Hochzeitsnacht von seinem Nebenbuhler Enrico vereitelt wird, der ihn in immer neuen Verkleidungen mit verschiedenen "Erkrankungen" und langen Rezepten beschäftigt hält, ist in verschiedener Hinsicht ungewöhnlich: Die Oper ist relativ kurz (etwa 55 Minuten), Tenor und Sopran haben nur kleine Nebenrollen und der Großteil der Handlung spielt sich in mehreren aufeinanderfolgenden Duetten zwischen Bariton und Bass ab. Insbesondere dem Sänger des Enrico wird einiges abverlangt, da er in kurzer Abfolge die verschiedensten Rollen spielen muss (zwielichtiger Verführer, betrunkener Franzose, heiserer Opernsänger, etc.) Donizetti komponierte nicht nur die Musik, sondern schrieb auch das Libretto selbst.
      Trotz hervorragender Sänger kann ich dem Werk weniger abgewinnen als anderen Donizetti-Opern. Bei den Hauptrollen dominiert der für Buffo-Rollen typische schnelle Parlando-Stil, der Anteil der Secco-Rezitative ist relativ groß. Insgesamt ganz nett, aber auch nicht mehr, auf der Bühne stelle ich mir das Werk dagegen unterhaltsamer vor.

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Nachdem die Beethoven-Interpretationen von Järvi und der Bremer Kammerphilharmonie in zahlreichen Feuilleton-Artikeln hochgelobt und als aktuelle Referenzaufnahme gepriesen werden, habe ich gestern mal zur Probe in die zahlreichen Liveaufnahmen auf YouTube reingehört.

      Ich muss sagen, ich bin enttäuscht.

      Vielleicht muss ich mal wieder zum Ohrenarzt, aber von den leuchtenden Farben und dem frischen Zugriff, vom dem die Rezensionen sprechen, kann ich nichts erkennen. Das sind in meinen Augen mäßig inspirierte Interpretationen ohne sonderlich spektakulären Sound, die auch keineswegs eine sensationelle Transparenz erzeugen. Da hat Mackerras mit den Liverpoolern in den 1970er Jahren m.E. weit Besseres zustande gebracht.

      Stellvertretend seien hier zwei Spezialstellen angeführt, die mir immer viel sagen:

      1. Der Übergang vom ersten zum zweiten Thema im zweiten Satz der Fünften. Sehr schön komponiert, aber von Interpreten oft lieblos hingeschnuddelt.

      So auch hier, und daran erkennt man die falsche Fokussierung: Für den klassischen Stil ist - vor allem im Sonatensatz - der rhythmisch-melodisch-harmonische Übergang zwischen zwei oder mehr tonalen Zentren das entscheidende Wesenselement. Nicht, ob der Künstler zwei oder mehr gute Themen hat, sondern ob die Übergänge zwischen ihnen gelingen, entscheidet über das Gelingen der ganzen Komposition. Wer die Übergänge vernachlässigt, vernachlässigt also das Wichtigste. Auch und gerade bei Beethoven, bei dem der Kontrast zwischen den tonalen Zentren noch einmal zusätzlich durch eine bewusst konträre Gestaltung der thematischen Charaktere geschärft wird.

      Dem werden die Bremer an dieser Schlüsselstelle m.E. nicht gerecht. Sie sind damit nicht allein, Karajan hat die Passage auch nicht hingekriegt. Man vergleiche aber wie Bernstein das mit den Wienern und New Yorkern spielte.

      2. Auch der Anfang des Scherzos der Neunten verrät so einiges. Maximale Transparenz ist hier immens wichtig, weil der innere Zug des Stückes sonst nicht greifbar wird - aber auch diese Transparenz ist hier für mich nicht in hinreichendem Maße da.

      Fazit: Die Kombi Järvi/Bremen vermarktet sich gut, scheint mir aber überschätzt. Mit den Interpretationen von Bernstein oder Mackerras kann das m.E. nicht mithalten.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Werther ()

    • Lieber Werther,
      wie Du schon bemerktest sind die Youtube-Aufnahmen live-Mitschnitte, die CDs sind allerdings im Studio aufgenommen, da mag es Unterschiede, wenn auch nur geringere, geben. Außerdem habe ich bei mir selbst festgestellt, dass Hören/Anschauen eines Videos etwas von der Musik ablenkt, das stelle ich immer wieder fest, wenn ich die Digital-Concert-Hall der Berliner Philharmoniker anschaue, dann nehme ich die Musik nicht mehr so wahr, wie sie mir ausschließlich hörend bekannt ist. Außerdem möchte ich noch daraufhinweisen, dass Järvi und seine Musiker ihren Aufnahmen die damals "Neue kritische Urtextaufnahme" der Sinfonie von Jonathan Del Mar zugrunde legten und die Abweichungen von herkömmlicher Interpretationen dezent herausarbeiteten. Wichtig war ihnen dabei auch auf ein durchgehend einheitliches Tempo im betreffenden Satz zu achten. Das fehlt natürlich bei Bernstein und den meisten anderen Maestros. Sicher haben diese auch bestimmte Stellen überzeugend hingekriegt. Mackerras hat sich übrigens mit einer Neuaufnahme (live) mit dem Scottish Chamber Orchestra "verbessert".

      Gruß Amadé
    • Amadé schrieb:

      Lieber Werther,
      wie Du schon bemerktest sind die Youtube-Aufnahmen live-Mitschnitte, die CDs sind allerdings im Studio aufgenommen, da mag es Unterschiede, wenn auch nur geringere, geben. Außerdem habe ich bei mir selbst festgestellt, dass Hören/Anschauen eines Videos etwas von der Musik ablenkt, das stelle ich immer wieder fest, wenn ich die Digital-Concert-Hall der Berliner Philharmoniker anschaue, dann nehme ich die Musik nicht mehr so wahr, wie sie mir ausschließlich hörend bekannt ist. Außerdem möchte ich noch daraufhinweisen, dass Järvi und seine Musiker ihren Aufnahmen die damals "Neue kritische Urtextaufnahme" der Sinfonie von Jonathan Del Mar zugrunde legten und die Abweichungen von herkömmlicher Interpretationen dezent herausarbeiteten. Wichtig war ihnen dabei auch auf ein durchgehend einheitliches Tempo im betreffenden Satz zu achten. Das fehlt natürlich bei Bernstein und den meisten anderen Maestros. Sicher haben diese auch bestimmte Stellen überzeugend hingekriegt. Mackerras hat sich übrigens mit einer Neuaufnahme (live) mit dem Scottish Chamber Orchestra "verbessert".

      Gruß Amadé
      Moin Amade,

      dass das ein Unterschied zur Studioaufnahme sein kann, ist mir bewusst.

      Ich höre YouTube meist per Kopfhörer am Handy, das ich dann zur Seite lege. Ich achte also kaum auf das Bild - aus genau den von Dir genannten Gründen.

      Zumindest bei der Live-Aufnahme der Fünften scheint mir das einheitliche Tempo mehr Anspruch denn Wirklichkeit. Gerade zu Beginn des ersten Satz schwankt das Tempo für mich sogar so stark, dass es stört - ein Effekt, den ich von den "Großen" eher nicht kenne.

      Ohnehin bin ich immer skeptisch, wenn da einer hinkommt und erzählt, er hält jetzt endlich mal das Tempo. Das klingt immer so, als hätten Bernstein und Co. in Allegro-Sätzen zwischen Largo und Presto alles dabei.

      Dass das Rubato so extrem übertrieben wird, stimmt erstens nicht, und zweitens ist ein Rubato durchaus im Sinne von Beethoven, der nach zahlreichen Berichten selbst viel mit Rubato-Effekt gearbeitet hat. Einheitliche Tempi sind also ebensowenig historisch informierte Aufführungspraxis wie ein überzogenes Rubato.

      Bei der Kritik, dass ich keine besondere Inspiration und Transparenz und keine "leuchtenden Klangflächen" erkennen kann, bleibe ich.

      Insgesamt fällt mir auf, dass sehr viele der Eigenmarketing-Formeln des Orchesters in Rezensionen und Käuferbewertungen eingegangen sind. Man muss schon auch aufpassen, dass man nicht zum Werbeopfer wird.

      Mackerras mit den Schotten muss ich noch mal checken - die haben mich aber schon bei Mozart nicht so überzeugt wie das Prager Kammerorchester, weil ihr Klang verwaschener war.

      LG, Werther
    • Marcie schrieb:

      :beer

      Glücklicherweise, ja! Zumal mein eigener Geschmack sich auch ständig im Wandel befindet...Gut, dass es so viele tolle, unterschiedliche Veröffentlichungen gibt!
      Das sehe ich genauso. :beer Zumal es auch mir so geht, dass der Geschmack sich wandelt. Über längere Zeiträume sowieso, aber auch über kürzere Strecken.

      Im Moment denke ich z.B., dass ich Haydn über all die Jahre viel zu wenig Beachtung geschenkt habe. Je mehr ich mich hineinhöre, um so mehr bin ich begeistert. Seien es die Sinfonien, die Streichquartette oder die Klaviertrios.

      Im Moment sind es wieder die Klaviertrios, aktuell Hob XV:25 G-Dur, davor waren es Hob XV:28 und 24. Das ist so fantastische Musik, und es ist wirklich schade, dass gerade die Trios in der allgemeinen Wahrnehmung oft unter Wert geschlagen werden.

      Die Beaux-Art-Einspielung ist erste Sahne und umfasst 9 CDs. Ich habe also noch einiges zu entdecken. :)
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        154,63 kB, 1.400×1.400, 9 mal angesehen
    • Rautavaara - Cantus Arcticus

      Durch Hinweise hier, den interessanten Namen und die Bekanntheit des Stückes doch mal neugierig geworden und eine Bildungslücke geschlossen. Ich hatte das bisher noch nicht gehört.

      Atmosphärisch beeindruckend, die Musik lässt vor meinem inneren Auge tatsächlich arktische Landschaften entstehen - mehr vielleicht sogar als Grieg oder Sibelius.
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        44,67 kB, 500×500, 9 mal angesehen
    • Werther schrieb:

      [...] lässt vor meinem inneren Auge tatsächlich arktische Landschaften entstehen - mehr vielleicht sogar als Grieg oder Sibelius.
      Ja.
      Mein erster Gedanke zum Wort "Bildungslücke" heute war, dass bei mir mehr Lücke als Bildung ist ;)
      Das wäre dann "Lückenbildung". Quasi.



      Florence Foster Jenkins - The Diva of Din

      Habe heute Abend den Film von 2016 (Titel: Florence Foster Jenkins, Meryl Streep, Hugh Grant, Regie Steven Frears ) gesehen.
      Anfänglich mit viel Spaß und Freude, gen Ende dann Traurigkeit und Betroffenheit.

      Schreibe vielleicht ein anderes Mal noch mehr dazu - ich meine im Forum existiert auch bereits ein Thread zu ihr, wo meine Gedanken hinpassen könnten.

      Anfänglich dachte ich bei tiefer Stimmlage, es würde jemand anderes singen.
      Die Wälder wären still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
      - Henry Jackson van Dyke jr. -
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      Georg Philipp Telemann; Oboenkonzerte
      Sarah Francis, London Harpsichord Ensemble
      • Oboenkonzerte d-Moll, f-Moll & c-Moll, TWV51:d1, f1 & c2
      • Konzerte für Oboe d'amore A-Dur & e-Moll, TWV51:A2 & e2
      • Konzert für Flöte, Oboe d'amore und Viola d'amore E-Dur, TWV53:E2
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
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