Meine liebsten Beethoven-Interpretationen

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    • Meine liebsten Beethoven-Interpretationen

      Liebe Forianerinnen und Forianer,

      hiermit möchte ich in lockerer Reihenfolge meine liebste(n) Interpretationen eines Stücks von Beethoven vorstellen. Mitmachen durchaus erwünscht. Das erste Werk ist die Klaviersonate A-Dur op. 2 Nr. 2, interpretiert von Wilhelm Kempff, enthalten in dieser Box:




      Seit ich diese Sonate ca. 1970 in Kassel mit Kempff hörte, er spielte sie zu Beginn eines Beethoven-Abends, war ich sehr angetan von dem mir bis dahin kaum bekannten Werkes.Kempff spielte sie mit Anmut, elegant, witzig, ohne eine Tiefsinnigkeit hineinzuheimsen. Zu dieser Zeit gehört sie neben Waldsteinsonate, op. 27 Nr. 1, Les Adieux, op.109-111 zu meinen Lieblingssonaten Beethovens. Kempffs spätere Stereo-Aufnahme ist auch zu empfehlen. Auch Friedrich Gulda hat gute Einspielungen hinterlassen.


      Grüße Amadé

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    • Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll, op. 37 mit Olli Mustonen

      Von den Beethoven'schen Klavierkonzerten findet das Dritte noch relativ häufig den Weg in meine Ohren. Ich habe über 30 Aufnahmen dieses Werks gehört und meine unangefochtene Lieblingsaufnahme ist die mit Olli Mustonen. Eine fulminante Einspielung, die vor Vitalität nur so strotzt und vor allem im Schlusssatz unbändige Energien entfesselt. In die Partitur schaut man besser nicht so genau bei der Bewertung.



      Für diese Einspielung hat sich Mustonen die Unterstützung der Tapiola Sinfonietta geholt und selbst das Dirigat übernommen. Eine weise Entscheidung, denn so konnte er seine radikalen Visionen am besten umsetzen. Ein früher geplantes Projekt mit Harnoncourt scheiterte, weil selbst diesem nicht gerade als konventionell verschrienen Dirigenten Mustonens Eigenwilligkeiten zu weit gingen.
      Diese Eigenwilligkeiten bestehen zum einen in quasi legato-freiem Spiel und zum anderen in einer kleinstgliedrigen, gummiartigen Phrasierung, bei der ständig verzögert und zusammengezogen wird und Akzente dort gesetzt werden, wo man sie sonst nicht unbedingt zu hören gewohnt ist. Wer seine favorisierte Spielweise mit perlend oder fließend umschreibt, braucht nicht weiterzulesen. Mustonens Spiel kann man ohne Umschweife als hart bezeichnen, was durch den eigenartig metallischen Klang seines Flügels noch unterstützt wird.
      Herausragend ist das Orchester, ein heutzutage typischer Hybrid aus konventionell (moderne Instrumente) und HIP. Wobei ich auch hier einen einzigartigen Sound konstatieren muss, bei dem mir das Wort sehnig in den Sinn kommt. Auch eine gewisse Kühle kann kaum wegdiskutiert werden und satte Bläser-Klangfarben oder seidigen Streicherklang muss man woanders suchen. Der Klang liegt recht nahe an den HIP-Kapellen der ersten Stunde. Auch bei der Artikulation zeigt man sich mit vielen prägnanten Akzentsetzungen historisch informiert, wahrend man sich bei der Intonation ganz klassisch zahm gibt.

      Mag sein, dass das anders um des Andersseins willen, respektlos oder exzentrisch ist. Mustonen schert sich einen Dreck um Konventionen. Aber bei ihm klingt Beethoven tatsächlich revolutionär.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • Okay, ich habe nicht das reichhaltige Wissen und den reichhaltigen Fundus an klassischen Aufnahmen, den vielleicht die anderen Forenmitglieder (die hier noch posten) haben.

      Habe es an anderer Stelle ja bestimmt schon mal erwähnt. Ich mag Klassische Musik sehr gerne, habe / hatte aber auch immer wieder viele Jahre dazwischen, wo ich gar keine Klassik höre / hörte.
      Dann gibt es wieder Phasen, wo ich ausschliesslich Klassik höre.
      So eine Phase ist jetzt wieder seit ca Herbst letzten Jahres.
      Momentan bringt mir die klassische Musik sehr sehr viel und hilft ein Stück weit mir über private Probleme hinweg.

      Ein Auslöser wieder sehr intensiv klassische Musik zu hören, war dieses Konzert, was ich bei youtube gefunden habe.
      Ich weiss gar nicht mehr genau, wie ich es entdeckt habe, aber irgendwie fand ich es, letztes Jahr im September oder so.
      Danach fing ich wieder an, Klassik zu hören.

      Es handelt sich um das Violin Concerto in D major op.61 von Beethoven, und zwar mir Patricia Kopatchinskaja als Geigerin.
      Mittlerweile habe ich (neben viel anderer Klassik) auch viele Aufnahmen von Kopatchinskaja gehört.
      Ich finde ihren Geigenstil klasse , weiss aber auch, dass sie damit polarisiert und auch hier im Forum nicht allen gefällt.
      Mir gefallen vor allem ihre Sachen von älteren Komponisten, so halt auch dieses Livekonzert mit dem hr Sinfonieorchester unter P. Herreweghe und diesesm Beethoven Werk.
      Ich kenne mittlerweile auch die Studio CD vom Beethoven Konzert mit P. Kopatchinskaja, finde aber, die kommt bei weitem nicht an diese phantastische Liveaufnahme heran.

      Also, dies ist MEINE liebste Beethoven Interpretation:


      Beethoven: Violinkonzert ∙ hr-Sinfonieorchester ∙ Patricia Kopatchinskaja ∙ Philippe Herreweghe

    • Hallo zusammen

      Meine Beschäftigung mit Beethoven (vor allem die Symphonien und Klavierkonzerte) hat mich dazu bewogen, mich hier in diesem Forum anzumelden und einmal eine Liste mit Lieblings-Interpretationen zu versuchen.

      Leider kommt bei meinen bisherigen Versuchen, einen Beitrag zu schreiben, immer die Meldung "zu viele Zeichen", was aber nicht stimmen kann, ich versuche es daher einmal ohne Bild.

      Eine meiner Lieblingssymphonien von Beethoven ist die zweite, eine Interpretation die mir besonders gut gefällt ist die der Filarmonica della Scala unter Giulini von 1991. Auf der CD zusammen mit der achten Symphonie, auch eine meiner Favoriten, eine sehr gute Kombination!
    • Hallo Mirage,

      ein herzliches Willkommen und ich wünsche dir viel Spass in unserem kleinen aber feinen Forum. :hello

      Ich vermute, dass du ein Bild eingestellt hast, das auf einen Datenfile verweist. Das passiert manchmal, wenn man bei Amazon ein Bild direkt von der Produktseite kopiert, anstatt erst drauf zu klicken und dann das geöffnete Bild zu kopieren. Du kannst das nachprüfen, indem du im Bearbeitungsmodus auf das eingefügte Bild klickst und dann auf den "bearbeiten" Button, dann siehst du den Link. Wenn der die Form hat: data:image/jpeg;base64,/9j/4AAQSkZJRgABAQAAAQABAAD/2wBDAAoHBwgHBgoICAgLCgoLDhgQDg0... dann tritt das Problem auf, weil der LInk-Name zu lang ist. Abhilfe: Bei Amazon erst das Bild anklicken und dann das geöffnete Bild kopieren.

      Zum Thema:

      Beim Beethoven'schen Violinkonzert hatte mich vor ein paar Jahren mal die Vergleichshören-Manie gepackt, aber anders als bei Sibelius hat es mir das Werk nicht verleidet. Von den rund drei Dutzend Aufnahmen, die ich gehört habe, kam nur Kremer an Kremer heran. Bei der Entscheidung, ob der Sieg an die Aufnahme mit Harnoncourt oder an die mit Marriner am Pult geht, gaben schließlich die Kadenzen den Ausschlag. Die originellen Schnittke-Kadenzen erscheinen mir weder als Gimmick noch als Fremdkorper und die im ersten Satz ist mir nicht zu lang und zerstört mir nicht den Fluss. Auch die mit Harnoncourt verwendete Kadenz (mit Klavier- und Pauken-Begleitung) ist sehr originell und hörenswert.


      Violinkonzert D-Dur, op. 61 (Kadenzen: Schnittke)
      Gidon Kremer, Academy of St. Martin in the Fields, Neville Marriner
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • Ein schon langer Begleiter ist mir Beethovens Bearbeitung seines Quintetts für Klavier und 4 Bläser Es-Dur op. 16 zu einem Quartett für Klavier und Geige, Bratsche und Cello. Sowohl Tonart als auch Opuszahl wurden beibehalten. Die folgende CD bringt diese Bearbeitung als Übernahme von CBS. Auf meiner Original-LP ist das Stück mit der wunderbaren Interpretation des Forellenquintetts gekoppelt, es spielen Mitglieder des Budapester Streichquartetts und Mieczyslav Horzowski.




      Gruß Amadé
    • Ich kenne viele sehr gute Einspielungen der 9. Sinfonie, aber keine davon ist schlackenlos, auch nicht meine Lieblingsaufnahme mit Ferenc Fricsay. Es ist Dietrich Fischer-Dieskau, der hier zu viel mit seiner Stimme macht, anstatt sich den anderen Solisten anzupassen. Die Aufnahme, eine der ersten Stereo-Platten der DGG, entstand in mehreren Sitzungen von Dez.1957 bis April 1958. Die Sinfonie wurde auf drei LP-Seiten verteilt, auf Seite vier gab es noch die Egmont-Ouvertüre sowie die 3. Leonoren-Ouvertüre, keineswegs nur eine Zugabe!




      Gruß Amadé




    • Die heute vorgestellte Klaviersonate E-Dur op. 14 Nr.1 gehört zu den relativ wenig gespielten und darum eher unbekannten. An der Qualität kann es nicht liegen, Beethoven fertigte auch eine Transkription für Streichquartett an, der man hier und da begegnet. Die Sonate ist auch für Amateurpianisten zu schaffen.

      Meine Lieblingseinspielung stammt von Alfred Brendel aus seiner ersten Serie bei Philips (1975). Nur noch in der Gesamtaufnahme zu erwerben.




      Gruß Amadé

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    • 1. Klavierkonzert C-Dur op. 15, nicht aus der bekannten und viel beachteten Gesamteinspielung mit George Szell, sondern ein Mitschnitt aus Köln aus dem Jahre 1960 mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Leitung des hervorragenden Begleiters André Cluytens. Fleisher spielthier freier und das Orchester zeigt viel mehr Wärme, vor allem im Mittelsatz. Mit auf der CD noch Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414, hier dirigiert Georg-Ludwig Jochum, ein jüngerer Bruder von Eugen Jochum, das KRSO.


      Gruß Amadé