Meine liebsten Beethoven-Interpretationen

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    • Zur Zeit gerade meine liebste Beethoven-Interpretation ist diese der Chorfantasie op. 80 : Daniel Barenboim als Solist dirigiert nebenbei die Berliner Philharmoniker und Solisten und Chor der Staatsoper Unter den Linden in der fabelhaftesten Aufnahme, die ich von diesem Stück kenne, welches Beethoven in aller Eile komponiert haben soll, um am Ende eines in der Aufführungsgeschichte berüchtigten vierstündigen Konzerts noch einmal alle am Konzert Beteiligten zu vereinen. Alle hier Beteiligten sind fabelhaft, und auch Regie, Maske, Fotografie und Schnitt tragen zur Qualität dieser Aufnahme bei, wenn man sie ansieht und nicht nur hört.
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • George Szell scheint zur Egmont-Ouvertüre ein inniges Verhältnis entwickelt zu haben, fünf Einspielungen sind mir von ihm bekannt, zwei im Sudio produzierte und drei Konzertmitschnitte. An die Spitze stelle die Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern, hier wird auch die gesamte Schauspielmusik mitgeliefert, von der es nur wenige Aufnahmen gibt:



      Gruß Amadé

    • Die Geschöpfe des Prometheus, Ballett op. 43 - Gesamtaufnahme
      Rochester Philharmonic Orchestra - David Zinman
      (LP, Vox, 1977)

      Das Orpheus Chamber Orchestra (DG) federt mehr, spielt leichter & durchsichtiger, das Chamber Orchestra of Europe (Teldec) bietet hie & da mehr feine Details, muß sich aber einigen von Harnoncourts eigenwilligen (gewollt wirkenden) Gestaltungsideen beugen. Das Orchester vom Lake Ontario dagegen macht einfach sehr viel genau richtig. Es wird (dort, wo dies gefragt ist) zupackend & mit angemessen dramatischem Biß musiziert. Die Auswahl an Gesamtaufnahmen seither kann sich sehen lassen. Diese Version aber bleibt mein Favorit mit Goldenem Schnitt.
    • Klaviersonate Es-Dur op.81a "Les Adieux"


      Viele Beethoven-Freunde mögen Friedrich Guldas Einspielungen der Sonaten für einseitig zu halten, für zu schnell und zu leichtfüßig gespielt. Gulda aber vergewaltigt keineswegs den Notentext und bringt das Kunststück fertig, auch die langsame Einleitung sowie das Andante trotz schnellerer Gangart mit Leben und Poesie zu füllen. Das von Beethoven geforderte Tempo legt Gulda ohne Einbußen an Deutlichkeit (sogar elegant) hin. Leider gibt es augenblicklich keine Einzel-CD mit op.81a, man muss zu einer dieser Boxen greifen :





      Billiger ist diese:





      Gulda hat die 32 Sonaten dreimal eingespielt, für den Rundfunk, jetzt bei Orfeo, für Decca und Amadeo (1967). Alle haben ihre Meriten.


      Gruß Amadé

    • 4. Sinfonie B-Dur op. 60

      Hier stelle ich Wilhelm Furtwänglers Aufnahme aus dem Jahre 1943 mit den Berliner Philharmonikern an die Spitze. Es existieren zwei Aufnahmen aus diesem Jahr, die erste, wahrscheinlich die Generalprobe ohne Publikum, die zweite einen Tag später mit Publikum. Die Unterschiede der beiden Aufnahmen sind nicht gravierend: in der Einleitung herrscht eine gespannte Ruhe, danach klingt der Anfang des folgenden Allegros wie eine triumphale Befreiung. Insgesamt auffallend die individuelle Gestaltung der Spielfiguren in allen Sätzen und die unheimliche Spannung, die WF immer wieder bezwingend gelingt. Ich bevorzuge die erste Aufnahme vom 29.06.43, da sie störungsfreier festgehalten wurde. In den frühen 1960er-Jahren hatte sie die DGG auf einer LP herausgebracht, später nochmals billiger bei Heliodor. Außerdem war sie bei Eterna in der ehemaligen DDR greifbar. Leider ist sie heute nur in der verdienstvollen, aber teuren, Box der Berliner Philharmonikern, die (angeblich) alle Rundfunkmitschnitte aus der Alten Philharmonie während des Krieges enthält, zu erwerben:




      Gruß Amadé
    • Klaviersonate Nr. 14 cis-Moll op. 27 Nr.2 "Mondscheinsonate"




      Emil Gilels hat die Sonate nur einmal im Studio eingespielt, für die DGG, das war die letzte Aufnahme. Aus Gilels früheren Jahren, als er mehr das virtuose Repertoire pflegte, existieren jedoch mehrere Konzertmitschnitte der "Mondscheinsonate" - ich mag diesen blöden Namen überhaupt nicht - , in denen das aufbrausende, der Drive der Musik besser getroffen ist, z. B. die oben abgebildete, als später im Studio.


      Gruß Amadé