Akkorde spielen

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    • Furkan Uzun schrieb:

      ich spiele jetzt circa 5 Monate Klavier und übe derzeitg das Spielen von Akkorden. Es kommt bei längeren Übungseinheiten v.a. in der linken Hand (kleiner Finger) vor, dass ich leichte Krämpfe spüre, wenn ich meine Finger spreizen muss. Ist das normal?
      Nein, ist es nicht wirklich. Es gibt einen Grund, den ich ganz Unten angebe.


      Satie schrieb:

      Was sagt denn Dein(e) Klavierlehrer*in dazu?

      Furkan Uzun schrieb:

      Dass das eintrainiert werden muss und dass sich meine Muskeln mit der Zeit daran gewöhnen werden. Aber ich wusste nicht so recht...
      Das würde ich spontan anders sehen. Ich habe als Kind mit Klavier angefangen, spiele heute aber schon lange nicht mehr, aber ich hatte mit dem Finger oder Handgelenk nie Probleme, dafür um so mehr mit den Fingersätzen. Doch das ist eine andere Geschichte.

      An sich sollte man locker spielen, also die Hand nicht verkrampfen, und Finger spreizen muss man zwar durchaus bei den Akkorden, aber es wäre zumindest denkbar, dass Du eine zu kleine Handspanne hast, was dann natürlich das Akkordspiel erschweren würde. DANN - und auch nur DANN - könnte ich mir eine Verspannung zumindest erklären. Auch könnte ich mir vorstellen, dass man das durchaus mit einer speziellen Übetechnik beheben könnte. Übetechnik in Form von Übungen mit den Händen/Handflächen/Fingern. Sollte Dein Lehrer eventuell DAS gemeint haben, würde ich es zumindest besser verstehen können.

      Ich kann das nicht mit meinem Instrument direkt vergleichen (ich spiele Trompete im semi-professionellen Bereich), aber wenn man dort gewisse Fehler in der Haltung eingeübt hat, kann es auch da zu Verkrampfungen führen. Diese sollte man aber als Lehrer erkennen und beheben, bzw. sie erst überhaupt nicht tolerieren als Lehrer.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Man müsste halt genauer wissen, in welcher Form die Akkorde geübt werden und was Du da machst. Die Aussage des Lehrers ist eigenartig, da das mit Muskeln wenige zu tun hat, viel mehr mit der Dehnbarkeit. Ich selber habe für einen Pianisten sehr kleine Hände, kann aber dank guter Dehnbarkeit locker eine Dezime greifen (ohne dass es unangenehm wird).
      Mich erstaunt v.a., dass Du die Probleme links hast. Wenn man z.B. einen C-Dur spielt in Grundstellung von unten her c-e-g-c, dann ist die große Lücke ja zwischen den oberen Tönen. Die Spreizung ist da nur in der rechten Hand eher unangenehm, da man zwischen 3,4 und 5 spreizt. Links dagegen würde man nur den Daumen spreizen müssen. Du greifst das doch hoffentlich mit 1-2-3-5 und nicht mit 1-2-4-5!?
      Ansonsten hat Maurice ganz recht: wenn die Hand entspannt ist, sollte das Akkordspiel keine Probleme bereiten. Aber beschreib doch mal, was Du da genau übst.
      Doch, man soll Birnen von der Ulme verlangen! - Octavio Paz
    • Zunächst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten :)

      Also bei der Übung geht es um die 4 Akkorde des Stückes Comptine D'un Autre ete. Beim Spielen des ersten Akkords (v.a. von einem e auf das andere e) tut mir bei öfteren Wiederholungen mit der Zeit der kleine Finger weh. Das ist komisch zu beschreiben aber ein direkter Schmerz entsteht nur, wenn ich meinen kleinen Finger horizontal weg von meinem Ringfinger wegbewege. Ich hoffe ich konnte das Problem einigermaßen schildern...
    • Ok, das sind ja auf bestimmte Weise zerlegte Akkorde. Du muss üben, die Hand dazwischen zu entspannen. Wenn Du anfängst mit e-e (Finger 5-1) kommt danach das h (2), dann g-e (4-1), dann wieder h (2), d.h., Du musst den kleinen Finger nur für den ersten Griff strecken, dann kannst Du die Hand zusammenziehen. Du musst zwar dann etwas Treffsicherheit einbüßen, aber besser so als wenn Du den Krampf kriegst. Wenn der Oktavgriff alleine schon schmerzt (von e zu e), dann ist entweder Deine Hand extrem schleicht dehnbar oder sehr sehr klein. Wichtig ist: die Spreizung ist zwischen 1 und 2, also mach nicht den Fehler, zwischen den anderen Fingern zu spreizen. Wenn das allerdings alles noch nicht vom Klavierlehrer kam, habe ich einige Zweifel an dessen Fähigkeiten...darf ich mal fragen, wieviel Du bezahlst und welche Studienabschlüsse der Lehrer hat? Das interessiert mich grundsätzlich. In welcher Region lebst Du?
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    • Furkan Uzun schrieb:

      Zunächst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten
      Kein Problem. Sonst muss ich zugeben, dass ich das Stück nicht kenne, aber Satie das von der Theorie her stimmig erklärt hat.

      Irgendwie habe ich das Gefühl, es liegt am Lehrer in Deinem Fall, doch das ist von hier aus nicht wirklich zu beurteilen. Ach, ob der nun gute Papiere hat oder nicht, finde ich weniger wichtig. Nicht jeder voll ausgebildete Klavierlehrer macht alles richtig. Doch solche elementaren Dinge sollte er erkennen und beherrschen, das ist ja die Basis zum Spielen.

      Leider muss ich sagen, dass auch bei meinem Instrument viele Schüler alleine z.B. durch falsche Haltung und Atemtechnik "verheizt" werden. Wenn ich teilweise sehe, wie sie nur schon dastehen oder sitzen, da kann nix Gutes rauskommen, das ist einfach nicht möglich. Und die haben teilweise bei Leuten Unterricht, die es eigentlich wissen müssten.

      Ich würde mir einen anderen Lehrer suchen, das meine ich wirklich so. Viel Erfolg !! Lasse Dich davon nicht irritieren, es liegt bestimmt NICHT an Dir.
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    • Na, da wäre ich jetzt schon nicht so voreilig mit der Verurteilung, wir wissen von dem Lehrer nur vom Hörensagen. Ich fragte nur nach, weil hier in Berlin echt Hinz und Kunz unterrichten. Oft hörte ich schon von mittelmäßigen Gitarristen, die mal im Nebenfach sich durchs Klavier gequält haben, dass sie dieses unterrichten, sie hätten es ja studiert. Was ich da alles anbieten könnte...puh...
      Es gibt durchaus Schüler, die nichts umsetzen, was man ihnen zeigt. Das ist die andere Seite, die man nicht verschweigen sollte. Nur der Fairness halber.
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    • Satie schrieb:

      Na, da wäre ich jetzt schon nicht so voreilig mit der Verurteilung, wir wissen von dem Lehrer nur vom Hörensagen. Ich fragte nur nach, weil hier in Berlin echt Hinz und Kunz unterrichten.
      Ach, das ist hier im Raum Frankfurt/Main auch nicht anders. Du hast sicher auch irgendwie recht, doch sind das hier ja offensichtlich erkennbare Probleme, das sehe ich anders als etwa Interpretationsansätze oder technisches Können. Frustrierte Musiklehrer, die lieber Solisten geworden wären, aber am Ende halt "nur" den Musiklehrer-Abschluss schaffen, gibts halt auch wie Sand am Meer.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

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