Dramatische Arien?!

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    • Dramatische Arien?!

      Hallo, meine Lieben! :)

      Ich möchte im Laufe des nächsten Jahres einen Liederabend veranstalten,
      Das Thema wird Opernarien lauten.
      Ich bin dramatischer (Mezzo)sopran und suche ein paar schöne Arien aus Oper & Operette die richtig ''fetzen'' und gut für einen dramatischen Sopran mit dunkleren Timbre zu singen sind.
      Von Wagner habe ich schon 2 tolle Arien, die ich gerne singen möchte herausgesucht. Aber Wagner wird nicht der einzige Komponist sein der für Dramatik bekannt ist oder?
      Ich freue mich auf eure Ideen,
    • dramaqueen schrieb:

      Das war ja aber auch nicht die Frage, oder?
      Nicht direkt, aber - auch ohne eine große Opern-/ Arienkennerin zu sein -, gehe ich schwer von aus, dass manche Arien mehr Können und Erfahrung brauchen als andere. Ich vermute, um dir genauere Tipps zu geben, braucht(e) es da etwas mehr Info.

      Gruß, tapeesa
      "That's what composing is - organizing sound in time and space - [...]" - Libby Larsen
      >> Avatar: "Fleurs sur fond bleu" von Séraphine Louis (1864 - 1942)<<
    • Liebe Königin des Dramas,

      ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber ein "Liederabend" mit Opernarien ohne entsprechende jahrelange Ausbildung wird m.E. (ich habe eine prof. Gesangsausbildung) nicht ernsthaft in Erwägung zu ziehen sein. Zumindest nicht, wenn man von etwas anderem als einem Klassenvorsingen vor anderen Schülern ausgeht. Ein Liederabend dauert normalerweise ca. 1,5 Stunden, und das muß eine Stimme erst einmal durchhalten können. Dazu bedarf es jahrelangen Trainings...

      Du müßtest zumindest erst einmal einen Gesangslehrer haben, dann einen Korrepetitor oder jemanden, der Dich begleiten kann und auch mit Dir übt.

      Wenn das aber alles gegeben wäre, dann würdest Du normalerweise nicht in einem Forum nachfragen (müssen).

      Sorry, aber das wär alles, was ich dazu sagen möchte.
      --
      "Seine Arbeit ist genial! Nur hie und da... nur hie und da, so schien es mir..." - "Was meinen Eure Majestät?" - "Rosenberg, wie drückt man das aus?" - "Zu viele Noten, Majestät!" - "Exakt! Glänzend formuliert!"
      (Aus "Amadeus")
    • Guenther schrieb:

      Liebe Königin des Dramas,

      ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber ein "Liederabend" mit Opernarien ohne entsprechende jahrelange Ausbildung wird m.E. (ich habe eine prof. Gesangsausbildung) nicht ernsthaft in Erwägung zu ziehen sein. Zumindest nicht, wenn man von etwas anderem als einem Klassenvorsingen vor anderen Schülern ausgeht. Ein Liederabend dauert normalerweise ca. 1,5 Stunden, und das muß eine Stimme erst einmal durchhalten können. Dazu bedarf es jahrelangen Trainings...

      Du müßtest zumindest erst einmal einen Gesangslehrer haben, dann einen Korrepetitor oder jemanden, der Dich begleiten kann und auch mit Dir übt.

      Wenn das aber alles gegeben wäre, dann würdest Du normalerweise nicht in einem Forum nachfragen (müssen).

      Sorry, aber das wär alles, was ich dazu sagen möchte.
      Das sieht mein Chorleiter nun aber wirklich anders; und der hat nun wirklich Ahnung von dem was er tut. Ich habe nicht darum gebeten das was ich vorhabe in Frage zu stellen oder die Meinung darüber zu äußern. Ich habe nach Arien gefragt; nicht mehr und nicht weniger. Und ich würde nicht auf die Idee kommen bei jemanden so zu tun als würde das was er/sie sich vornimmt auf keinen Fall gelingen.

      LG
    • Noch ein Letztes: Ich rate Dir, einen guten Lehrer/eine gute Lehrerin zu suchen und Dich mit ihm/ihr zu beraten. Du kannst nicht ernsthaft in einem Forum, wo Dich keiner kennt und man Dich nicht singen hört, einen Ratschlag erwarten. Vielleicht kann der Chorleiter beim Suchen behilflich sein.

      Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg!
      :)
      --
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      (Aus "Amadeus")
    • also ich bin kein Sänger, aber Geiger, und zwar wie Guenther ebenfalls professionell in einem Opernorchester. Wenn Du im Eingangspost schreibst, dass Du bzw. Dein Chorleiter sich erhoffen, Kontakte in die Musikszene zu kriegen, frage ich mich, ob damit die "klassische" Szene gemeint ist? Ich vermute es ja, da Du ja eben solche Musik suchst. Ich würde Dir aber empfehlen, keine falschen Erwartungen zu haben: Ich kann Dir mit absoluter Sicherheit garantieren, dass das nicht passieren wird. Wenn Du das nicht studiert hast und noch nicht einmal Gesangsunterricht genommen hast, wirst Du nicht auf einem Level singen, welches in der (professionellen) klassischen Szene gefordert wird. Ausnahme: Du gehst noch zu Schule und bist noch zu jung, um studiert zu haben. Wenn Du dann entsprechend Talent hast, könnte man sagen, da macht man was draus. Aber dann kommt noch dazu, dass sich Intendanten, Scouts von Agenturen, Professoren etc. mit Sicherheit nicht in Liederabenden von Chören herumtreiben. Soweit mal, nur dass Du Dir keine falschen Hoffnungen machst.

      Davon ab möchte ich Dir aber generell nicht abraten, einen Liederabend zu veranstalten! Ich finde es immer gut, wenn auch Amateure Musik machen, egal in welchem Rahmen, egal mit welchen Werken. Ich habe lang genug in Jugendorchestern, Studentenorchestern etc. auch die schwersten Symphonien gespielt, klang oft - nach Profimaßstäben - nicht besonders toll, aber es geht nicht nur darum! Wenn Du Spaß an einem solchen Projekt hast, versuche Dich daran. Dann wirst Du auch sehen, ob Du das hinkriegst oder nicht, oder vielleicht nicht jetzt sondern nächstes Jahr oder wann auch immer.

      Zu Deiner Frage: Leider, obwohl ich viel Oper gespielt habe, kann ich Dir nicht so richtig weiterhelfen, da ich mich in meiner Freizeit wenig mit Opern beschäftige... Wenn Du Drama suchst, würde ich außer bei Wagner vielleicht mal Strauss anschauen, oder Puccini.
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Hi Nicholas_Aine,

      in ihrem Profil steht: 22, weiblich, aus Rellingen.

      Und hier eine ihrer Webseiten:

      backstagepro.de/musiker/janet-…erin-rellingen-JsQGBrTYyv

      Dort sucht sie allerdings Musiker zum Mitwirken in einer Metal Band. Nun ja...

      Kommen wir zum "Liederabend" zurück. Einfache Lieder gibt es viele, und man kann diese auch als Laie einstudieren und brauchbar herüberbringen. Mit unausgebildeter Stimme wird auch dies allerdings nur in begrenztem Rahmen möglich sein. Solo-Singen ist extrem anstrengend und von ungeübten Sängern allenfalls einige Minuten durchzuhalten. Das gilt auch für Musical und Jazz, vermutlich auch für Pop. Dort wird gern das sog. "Belting" verwendet, d.h. das Weglassen der Kopfstimme auch in großen Höhen. Dies kann NUR (!) von ausgebildeten Sängerinnen gemacht werden, sonst schadet es dauerhaft.

      Man kann allerdings trainieren, klar. Ob man in einem Jahr allerdings zu ernsthaftem Ausführen dramatischer Opernarien kommt (ich denke da an Isolde, Brünhilde, Norma, Elektra, etc.), bezweifle ich stark.

      Einfachere Kunstlieder dagegen sollten möglich sein. Es muß jedoch von Grund auf gelernt werden. So wie jedes andere Handwerk auch.

      Die Stimme ist extrem anfällig gegen Überbeanspruchung. Ich habe schon so einige Sängerinnen ihre Karriere ruinieren sehen, weil sie z.B. trotz Erkältung weiter gesungen haben.

      Aber suum cuique...
      --
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      (Aus "Amadeus")

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Guenther ()

    • Ich glaube nicht, dass das so gemeint war! Ich bin selbst kein Sänger, war aber mit einer Sängerin verheiratet und habe mit vielen gearbeitet. Alle haben stets sehr intensiv an ihren Programmen geübt und immer wieder betont, wie gravierend Fehler sein können, die sich Leute einüben, die keine Profis sind. Im Bereich der Kirchenchöre ist diese Gefahr tatsächlich hoch, viele Schülerinnen meiner Ex-Frau aus solchem Umfeld haben sich maßlos überschätzt.
      Ich verstand Guenthers Fragen und Aussagen so, dass er hier jemanden davor bewahren will, sich an weit zu schwieriges Repertoire zu wagen und dann stimmliche Schäden zu riskieren. Was Nicolas über die Musikszene schreibt, kann ich voll und ganz bestätigen, und auch hier verstehe ich die Aussage so, dass vor Enttäuschungen geschützt werden soll.
      Sicher: die Fragestellerin wollte etwas anderes, und es ist vielleicht etwas unglücklich, dass die Antworten hier so schnell in eine andere Richtung gingen. Aber ich habe das als gut gemeinte Äußerungen aufgefasst, die man eben aus einem laienmäßigen oder semiprofessionellen persönlichen Umfeld oft aus Nettigkeit oder Unwissen nicht hören würde.
      Was ist ein Mensch? Eine arme Kreatur, die man auf die Erde gesetzt hat, damit sie den anderen auf die Nerven geht. - Erik Satie
    • Danke an Satie für die Erklärungen!
      :)

      Am Anfang war es so, daß ich an einen schlechten Witz geglaubt hatte. Jemand, der eine Elektra-Arie singen kann oder möchte, der wird eine Ausbildung haben (kann ja ruhig als Amateur sein). Dann wird er aber nicht in ein Forum kommen und fragen.

      Das ist so, als würde jemand fragen, welche Bremsbeläge er am besten für sein Auto kaufen soll, da er die nächstens selber wechseln möchte. Da paßt etwas nicht zusammen...

      Danach allerdings begann ich, der Janet zu glauben, daß sie in der Tat an so ein Vorhaben ernsthaft denkt. Und hier kann der ernsthafte Rat eines Außenstehenden nur sein, sich an eine professionelle Betreuung zu wenden, um die Strategie und weitere Vorgehensweise abzusprechen, realistische Ziele zu setzen und einen vernünftigen Zeitplan für so ein Vorhaben zu erstellen.

      So habe ich wenigstens fachlich einen Teil zum Thema (Veranstaltung eines Liederabends) beigetragen, auch wenn meine Einlassungen vielleicht der Janet nicht gefallen haben (ganz sicher ist das so!). Es würde im Übrigen nichts bringen, wenn man nun Vorschläge für Opernarien (!) für das dramatische Fach machen würde, dabei genau wissend, daß diese Literatur für die Fragestellerin vermutlich weit jenseits ihrer jetzigen Möglichkeiten läge. Was hätte sie davon?

      Würde sie sich dann allein zu Hause hinsetzen und (ohne Ausbildung!) schwierige Partien einstudieren? Was soll dabei herauskommen (außer möglicherweise einer kaputten Stimme, auf jeden Fall aber ganz viel Frust)?

      So, das soll es aber nun endgültig gewesen sein. Wenn einer das herablassend findet, dann muß ich halt damit leben.
      :)
      --
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      (Aus "Amadeus")
    • Stride la vampa aus Trovatore ist eine hochdramatische, fabelhafte Mezzo-Arie, die sogar ich einst schmettern konnte (wenn niemand in der Nähe war).

      Übrigens hatten u.a. Kathleen Ferrier und Ian Bostridge - soviel ich weiß - auch keine Gesangsausbildung, als sie zuerst als Sänger auftraten. Diese Fälle sind allerdings eher selten, und es kann nichts schaden, daran zu denken, daß die Stimme wie jedes andere Instrument kaputtgehen kann, nur daß sie häufig nicht zu reparieren ist (wie ich aus eigener schmerzhafter Erfahrung weiß).

      Wohlwollend und lebenserfahren grüßt Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.