Haydns Sinfonien

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    • Marcie schrieb:

      Puh, da muss ich erstmal durchsteigen.
      Es soll Dir ja auch nicht langweilig werden hier. :D Einfach kann jeder.


      Marcie schrieb:

      Diese Box habe ich noch gefunden, aber die ist schon sehr hochpreisig:
      Und ist eine GE mit drei verschiedenen Dirigenten. Es ist auch nicht die erste GE auf Historischen Instrumenten, da waren Pinnock und Hogwood schneller.


      xarddam schrieb:

      DANKE !!
      Wow, bin ich froh, dass ich den thread wieder belebt habe !!!
      Manchmal kann sowas in der Tat eine Reaktion auslösen. Hier hat es gepasst.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Maurice André schrieb:

      Es gibt meines Wissens nach GE der Sinfonien von Antal Dorati, Leonard Bernstein, Adam Fischer, Christopher Hogwood, Dennis Russell Davies und Trevor Pinnock. Dann wird es schoon schwierig.
      Hallo Maurice,

      das klingt sensationell, aber ich habe beim neuerlichen Nachforschen nichts gefunden. Dorati, Fischer und DRD sind die einzigen GAs.
      Hogwood wurde nicht fertig -das Geld ging aus- deswegen hat man die fehlenden Sinfonien mit Brüggen ergänzt, soweit vorhanden und den Rest durch Dantone neu eingespielt, um die "erste GA auf Originalinstrumenten" zu komplettieren. Pinnock hat nur die Tageszeiten und Sturm-und-Drang Sinfonien aufgenommen, die Pariser und Londoner leider nicht, Bernstein dagegen nur die beiden letztgenannten und zwei, drei ausgewählte dazu.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Cetay ()



    • Diese GE soll von 1969 stammen, bereits in Stereo.



      Das ist die berühmt-berüchtigte GE unter Antal Dorati

      Pinnock hat offenbar nur einen Teil eingespielt, das wird aber ziemlich vernebelt beschrieben.




      Das habe ich zu Haydn/Bernstein gefunden. Cetay, Du könntest recht haben, dass die Auswahl weitaus kleiner ist als gedacht.

      Daher schrieb ich auch, dass ich es mir nicht sicher bin, ob sie alle komplett sind. Das sind sie offenbar nicht. Dass Hogwood nicht durch kam damit , wusste ich.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Ja klar, der Märzendorfer. Der wird gerne vergessen, weil es lange Zeit nur Informationen aus zweiter oder dritter Quelle gab, nach denen er und nicht Dorati die erste GA fertiggestellt hat - aber niemand hat sie je gesehen. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass ihm die Pionierkrone gehört. Ich wusste nicht (oder hatte vergessen), dass es das mittlerweile -überspielt von LPs- auf CD gibt. Das Cover finde ich impressiv.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Marcie schrieb:

      Nun ja, also wenn ich träumen/mir was wünschen darf: ich hätte gerne eine Box mit allen Sinfonien in möglichst homogener Einspielung, um mich durchzuhören. Mein Problem bei der Dorati-Box ist, dass es doch eine ziemlich miefig-piefige Einspielung zu sein scheint (wie mir bei den Mozartsinfonien richtig von Euch über Böhm gesagt wurde) und vor allem, dass zwei der CD's leider defekt sind (war ein Geschenk).
      Daraus könnte man schlussfolgern, dass sich Dorati zu Haydn wie Böhm zu Mozart verhält, aber da sind für mich Welten dazwischen. Dorati ist trotz modernem Instrumentarium schlank, transparent und zügig unterwegs. Thomas Feys Punk ist schon nochmal ein anderes Kaliber, aber einen Zopf hänge ich Dorati deswegen nicht an.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Cetay schrieb:

      Daraus könnte man schlussfolgern, dass sich Dorati zu Haydn wie Böhm zu Mozart verhält, aber da sind für mich Welten dazwischen. Dorati ist trotz modernem Instrumentarium schlank, transparent und zügig unterwegs. Thomas Feys Punk ist schon nochmal ein anderes Kaliber, aber einen Zopf hänge ich Dorati deswegen nicht an.
      Ich muss sagen, wenn man Norrington oder Fey gehört hat - und ich möchte auch die spritzigen, vitalen Aufnahmen von Dennis Russell Davies dazu nehmen - IST Dorati verzopft. Nicht so extrem, wie etwa Böhm zu Norrington bei Mozart, doch in Teilen wirkt das schon mehr von gestern als heute. Wobei IHM zumindest einige Werke auch besser gelungen sind, keine Frage. Es ist vielleicht so wie bei Adam Fischer. Ein Teil klingt nach anno dazumal, aber ein weiterer Teil ist sehr gut gelungen. Und hier kenne ich die GE komplett.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)


    • Habe mich jetzt doch als Erstes auf die Sinfonie mit dem Paukenschlag konzentriert.

      Colin Davis / Amsterdam Concertgebouw heilen gerade die diesbezüglichen "Wunden".
      Sogar das Andante löst keinerlei Animositäten mehr aus.
      Gar nicht "leierig";
      individuell, energisch-freudvoll. Hoch dynamisch.

      Am Schönsten finde ich - egal in welcher Aufnahme - den ersten Satz.
      „Wie Hegels ganze Philosophie darin besteht, den Gedanken dabei zu begleiten, wie er sich denkt, ist Monks ganzer Gesang so etwas wie das Ausstellen einer Stimme,
      die sich selbst beim Singen staunend zu hören vermag.“
      Dietmar Dath in: Meredith Monk zum 70. - Solistin im Chor der Widersprüche, FAZ, 20.11.2012

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tapeesa ()

    • Neu

      Marcie schrieb:

      Was heisst überhaupt ständig bei diesen Boxen mit Cembalo bzw. ohne Cembalo?? War das nicht ein fester Bestandteil der Orchester zu dieser Zeit?
      Da gehen die Expertenmeinungen auseinander - & ich finde das extrem verwirrend. Am Ende scheint es mir auch eine Frage der Image-Optimierung Haydns zu sein - nach dem Motto: mit Cembalo muß es doch zopfig & rückwärtsgewandt klingen. Ich empfinde das keineswegs so. Am Ende geht durch das Fortlassen des Cembalos auch eine Klangfarbe verloren. Das ist für mich eine Essenz aus diesem Artikel hier.
      Der ist auch schon nicht mehr ganz taufrisch, beleuchtet das Problem aber auf eine einigermaßen faßliche Art, wie ich finde.
    • Neu

      Für mich ist es auf jeden Fall richtig, das Cembalo in den frühen Symphonien einzusetzen. Mozart hat noch in den 1770ern z.B. eine Sonate für Fagott und Basso Continuo komponiert (KV 292), also ist der Continuo-Gebrauch sicher bis zu Haydns mittleren Symphonien noch üblich und in Gebrauch. Bei der als Beispiel genannten Mozart-Sonate ist auch nicht explizit angegeben, dass es ein Basso Continuo ist (wahrscheinlich war das damals einfach klar), und so ist es nicht verwunderlich, wenn Haydn das nicht explizit in die Partitur geschrieben hat. Es gibt aber Ausnahmen. "Le Midi" zum Beispiel (Nr. 7), dort steht es drin. Ich glaube, dass die Symphonien irgendwann zu komplex werden, als dass man sich dabei noch ein freies Continuo-Spiel vorstellen könnte. Auch in den frühen Symphonien scheint mir das eher nur noch eine Füll- und Klangverstärkungsfunktion zu haben, der Aspekt mit der zusätzlichen Klangfarbe ist auch wichtig. Wenn man Haydns frühe bis mittlere Symphonien mal mit den Hamburger Symphonien von C.P.E. Bach vergleicht, die explizit ein Continuo verlangen und auch aus den 1770ern stammen, dann versteht man die Funktion des Cembalo sofort: es stütz, füllt und reichert an bei den Tutti-Stellen, bei den dünneren, lyrischeren Passagen pausiert es. So eingesetzt passt es auch bei Haydn hervorragend.
      Es gilt als belegt, dass Haydn und Mozart zeitlebens das Orchester stets vom Cembalo aus leiteten, es also mit Sicherheit dann auch gespielt haben. Definitiv Schluss mit Cembalo im Orchester überhaupt ist erst im beginnenden 19. Jahrhundert. Es wäre also legitim, das Cembalo in allen Orchesterwerken Haydns und Mozarts zu verwenden. Es ist bei den späteren Werken Haydn also gewiss nur Geschmackssache, ob man es weglässt, naheliegend wäre eher, es einzusetzen.
      Was ist ein Mensch? Eine arme Kreatur, die man auf die Erde gesetzt hat, damit sie den anderen auf die Nerven geht. - Erik Satie
    • Neu

      Sfantu schrieb:

      Da gehen die Expertenmeinungen auseinander - & ich finde das extrem verwirrend. Am Ende scheint es mir auch eine Frage der Image-Optimierung Haydns zu sein - nach dem Motto: mit Cembalo muß es doch zopfig & rückwärtsgewandt klingen. Ich empfinde das keineswegs so. Am Ende geht durch das Fortlassen des Cembalos auch eine Klangfarbe verloren.
      Letzten Endes hatte Haydn den richtigen Riecher, denn das Cembalo verschwand für lange Zeit in den Orchestern. Für MICH ist das Cembalo ein Relikt der Vorzeit, was gerade bei den immer größeren und dynamischer spielenden Orchestern auch nicht mehr reingepasst hat.

      Dazu gebe ich eine technische Begründung ab, die vielleicht viele Leute nicht wissen. Du kannst mit dem Cembalo nur sehr schlecht die Lautstärke variieren, was man mit dem Klavier konnte. Sprich, Lautstärke-Abstufungen waren nur bedingt machbar. Man hat das Cembalo im Barock gerne verwendet, weil auch die harmonische Basis immer zu hören war. Später wurden die Orchester größer, man konnte durch die neu dazu gekommenen Instrumente solche Probleme anders überwinden. Eine Klangfarbe ging verloren, aber viele NEUE Klangfarben wurden dazu gewonnen.

      Dazu kam, dass durch die komplexeren Partituren immer mehr der Cembalospieler in die Rolle des Dirigenten schlüpfen mussten. Diese Rolle wurde aber auch oftmals vom Konzertmeister übernommen. Der zirpende Klang ist auch auf Dauer recht nervend. Das könnte damals auch den Musikern so nach vielen Jahren ergangen sein.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
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